Streiks belasten Bilanz von Air France

Droht mit Rücktritt: Air-France-Chef Janaillac

Die Bilanz der französischen Fluggesellschaft Air France wird durch die seit Wochen anhaltenden Streiks belastet. Der Konzern erwartet im laufenden Jahr ein Betriebsergebnis, das deutlich unter den 1,9 Milliarden Euro von 2017 liegt, wie das Unternehmen am Freitag in Paris mitteilte. Unternehmenschef Jean-Marc Janaillac droht in dem Tarifkonflikt mit seinem Rücktritt.

Air France beziffert die Kosten der ersten elf Streiktage auf rund 300 Millionen Euro. Drei dieser Tage schlagen in der ersten Quartalsbilanz für 2018 zu Buche. Zwischen Januar und März verzeichnete die Airline einen Nettoverlust von 269 Millionen Euro. Am Freitag fiel wegen der Arbeitsniederlegungen von Kabinen- und Bodenpersonal erneut rund jeder vierte Flug aus.

Konzernchef Janaillac will sich zurückziehen, wenn die Mitarbeiter einen Kompromissvorschlag der Geschäftsleitung ablehnen. Ergebnisse einer elektronischen Befragung wurden am Freitagabend erwartet.

Der Arbeitgeber bietet zwei Prozent für 2018 an und zusätzliche fünf Prozent für den Zeitraum von 2019 bis 2021. Die Gewerkschaften fordern 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr. Der 65-jährige Janaillac ist Präsident von Air France und steht seit Juli 2016 zudem der französisch-niederländischen Gruppe Air France-KLM vor.