Streich prangert "Brutalo-Kapitalismus" an

Christian Streich beobachtet die Entwicklungen auf dem Transfermarkt mit Sorge

Laut Trainer Christian Streich hat der SC Freiburg in diesem Sommer schwer mit den jüngsten Entwicklungen auf dem Transfermarkt zu kämpfen.

Besonders die enormen Ablösesummen für junge Talente sieht Streich kritisch. "Das ist ein Brutalo-Kapitalismus, der gelebt wird. Anscheinend ist es so gewollt", sagte der 52-Jährige bei Sky Sport.

Geplatzter Ünder-Deal ein Beispiel

Anlass seiner Kritik war der geplatzte Transfer des 20 Jahre alten Offensiv-Talents Cengiz Ünder, der bereits unmittelbar vor der Unterschrift bei den Breisgauern stand. Im letzten Moment überbot allerdings der AS Rom die Freiburger mit einem Angebot über 13 Millionen Euro plus Bonuszahlungen, sodass Ünders bisheriger Verein Basaksehir schließlich der Roma den Zuschlag gab.


"Das ist ein Beispiel dafür, dass die Spieler dann das zu machen haben, was vorgegeben wird, mit mehr oder weniger Druck. Das ist natürlich über der Grenze. Es ist klar, dass wenn solche Summen kursieren, es dazu führt", sagte Streich.

"Die kleinen Vereine hängen am Tropf"

Der Coach sorgt sich aufgrund dieser Entwicklungen um die Konkurrenzfähigkeit der Freiburger. "Wir denken Jahr für Jahr, wie können wir es noch hinkriegen. Und wenn die Spirale sich so schnell dreht, musst du aufpassen, dass du nicht rausgehauen wirst", sagte Streich.

Dass zunehmend die reichen Klubs den Markt kontrollieren und insbesondere schon junge Talente als Investionsmaßnahmen sehen, macht es den Freiburgern immer schwerer, ihre Nische zu finden. "Es ist nicht gut, wenn nur noch ein paar große Vereine alles haben und die kleinen am Tropf hängen. Aber so ist die Entwicklung", sagte Streich.

Durch die Verkäufe von Vincenzo Grifo (6,5 Millionen Euro) und Maximilian Philipp (20 Millionen Euro) haben die Freiburger in diesem Sommer selbst hohe Transfererlöse erzielt. Dennoch will der SC laut Streich seinen Prinzipien treu blieben: "Wir haben gewisse Rahmenbedingungen, die wir nicht verlassen dürfen, sonst gehen wir ein unkalkulierbares Risiko ein. Das geht nicht, alleine aus unserer Tradition heraus."