Netflix-Zahlen geben US-Technologiewerten Auftrieb


Nach dem Rekordlauf vom Montag im Zuge der Einigung im US-Haushaltsstreit haben es die Anleger an der Wall Street am Dienstag langsamer angehen lassen. Während Bilanzzahlen von Netflix vor allem Technologiewerte mit ins Plus zogen, dämpften die Quartalsergebnisse von Johnson & Johnson sowie Procter & Gamble etwas die Stimmung. Die Aussicht auf Strafzölle für ausländische Solarzellen- und Module sowie für Waschmaschinen gab US-Firmen in diesen Bereichen Auftrieb.

Der Dow Jones-Index der Standardwerte notierte kaum verändert bei 26.207 Zählern. Der S & P500 legte 0,2 Prozent auf 2837 Punkte zu, der technologielastige Nasdaq-Composite gewann 0,5 Prozent auf 7448 Zähler. Der Dax stieg um 0,7 Prozent auf 13.559 Punkte und schloss damit so hoch wie noch nie. Zeitweise hatte er sogar über 13.596 Zähler notiert und damit seine Bestmarke von Anfang November klar hinter sich gelassen. Der EuroStoxx50 legte leicht zu.

Nach zähem Ringen hatten sich am Montagabend in Washington Demokraten und Republikaner auf einen Zwischenhaushalt verständigt, der den dreitägigen „Shutdown“ der Regierung beendete. Allerdings ist die Finanzierung zunächst nur bis zum 8. Februar gesichert. Somit seien Rückschläge auch wieder möglich, warnte NordLB-Analyst Tobias Basse. „Mittlerweile scheint viel Optimismus eingepreist zu sein.“


Im Mittelpunkt des Interesses in New York standen bei den Einzelwerten Netflix-Aktien, die zehn Prozent zulegten. Nach milliardenschweren Investitionen in neue Serien und Filme verdreifachte der Streamingdienst seinen Gewinn im Weihnachtsquartal. Amazon-Aktien legten knapp zwei Prozent zu.

Im Dow notierten Johnson & Johnson dagegen vier Prozent niedriger. Die US-Steuerreform drückt den US-Pharma- und Konsumgüterkonzern tief in die roten Zahlen. Auch Procter & Gamble vermochte mit seiner Bilanz die Anleger nicht zu überzeugen. Die Aktien rutschten ebenfalls um knapp vier Prozent ab.

Positiv aufgenommen wurde an der US-Börse die Verhängung von Einfuhrzöllen für Waschmaschinen und Solaranlagen durch Präsident Donald Trump. Papiere von Real Goods Solar legten um rund 30 Prozent, die Scheine von Sunworks um knapp zehn Prozent zu. Da die USA auch Waschmaschinenhersteller mit Strafzöllen belegen wollen, standen die Aktien der Bauknecht-Mutter Whirlpool mit einem Plus von 3,8 Prozent höher im Kurs. „Wir wissen nicht, ob das der Anfang eines Handelskrieges ist“, sagte ein US-Broker in Boston.