Strafrechtliche Ermittlungen nach Großbrand in philippinischem Einkaufszentrum

Nach dem Großbrand in einem Einkaufszentrum auf den Philippinen hat die Polizei strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Justizminister Vitaliano Aguirre sagte zu, die Verantwortlichen zu bestrafen, um "anderen ein Beispiel zu geben"

Nach dem Großbrand in einem Einkaufszentrum auf den Philippinen hat die Polizei strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Justizminister Vitaliano Aguirre sagte am Montag zu, die Verantwortlichen zu bestrafen. Dies könne "anderen ein Beispiel geben", damit sich eine solche Tragödie hoffentlich nicht wiederhole. Die Behörden sprechen offiziell bislang von einem Toten und 38 Vermissten. Präsident Rodrigo Duterte hatte aber bereits am Sonntag gesagt, die Überlebenschancen der Vermissten seien "gleich null".

Das Feuer war am Samstag in einem vierstöckigen Einkaufszentrum in der Millionenstadt Davao auf der südphilippinischen Insel Mindanao ausgebrochen. Die Flammen hatten offenbar zahlreichen Menschen den Fluchtweg abgeschnitten, unter anderem vielen Beschäftigten eines Call-Centers im Obergeschoss.

Das US-Marktforschungsunternehmen SSI, das das Call-Center betrieben hatte, erklärte am Sonntag, 37 seiner 500 Angestellten in Davao seien tot. Zeugen sagten nach Angaben der Feuerwehr aus, dass die Angestellten nach Ausbruch des Feuers ihre Sachen aus Schließfächern holen wollten und dort von den Flammen eingekesselt wurden.

SSI kündigte die Einrichtung eines Krisenzentrums und eines Hilfsfonds an, um den Angehörigen zu helfen. Viele US-Unternehmen betreiben auf den Philippinen Call-Center für den Kundendienst in den USA, weil die Löhne niedrig sind und viele Einwohner gut Englisch sprechen.

Die Feuerwehr konnte zunächst nicht in den Bereich vordringen, wo die meisten Opfer vermutet wurden. Bislang wurde nur eine Leiche geborgen. Auch die Ursache des Brands ist noch unklar.

Nach Angaben von einer Feuerwehrsprecherin hatte das Gebäude offenbar keine Rauchabzugsanlage. Überlebende klagten zudem über unzureichende und verschlossene Notausgänge. Die Betreiber des Gebäudes wiesen die Vorwürfe zurück. Die Überlebenden seien über den Notausgang ins Freie gelangt, erklärte eine Sprecherin.

Wegen mangelhafter Sicherheitsstandards kommt es auf den Philippinen häufig zu tödlichen Bränden, vor allem in Armenvierteln, Märkten und Fabriken. 2015 waren bei einem Brand in einer Schuhfabrik in der Hauptstadt Manila 72 Menschen ums Leben gekommen. Eine der schlimmsten Brandkatastrophen ereignete sich 1996, als bei einem Disco-Brand in Manila 162 Menschen ums Leben kamen.