Strafprozess gegen Middelhoff steht vor der Einstellung

Thomas Middelhoff war bereits 2014 unter anderem wegen Veruntreuung von Firmengeldern bei Arcandor zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Foto: Marcel Kusch

Der Essener Strafprozess gegen den früheren Topmanager Thomas Middelhoff wegen des Vorwurfs der Anstiftung zur Untreue wird voraussichtlich heute eingestellt.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers verständigten sich die Erste Strafkammer des Essener Landgerichts, die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung bereits am Montag auf die Beendigung des Verfahrens.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem ehemaligen Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor vorgeworfen, die Aufsichtsräte des Unternehmens zur Untreue angestiftet zu haben, als es um seine Abfindung ging. Der Manager hatte noch wenige Monate vor der Pleite des Konzerns eine Erfolgsprämie von 2,3 Millionen Euro erhalten. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte er darauf keinen Anspruch.

Das Verfahren gegen Middelhoff, der die Vorwürfe stets bestritt, soll nach Angaben des Justizsprechers nach Paragraf 154 der Strafprozessordnung eingestellt werden. Dieser ermöglicht es, Verfahren zu beenden, wenn der Angeklagte schon wegen einer anderen Tat rechtskräftig verurteilt wurde und die zu erwartende weitere Strafe demgegenüber «nicht beträchtlich ins Gewicht fällt».

Middelhoff war 2014 vom Essener Landgericht unter anderem wegen Veruntreuung von Firmengeldern bei Arcandor zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Eine Verfahrenseinstellung nach Paragraf 154 ist nach Angaben des Gerichtssprechers nicht mit einem Schuldeingeständnis verbunden. Zusammen mit Middelhoff stehen sechs ehemalige Aufsichtsräte von Arcandor vor Gericht.