Straßer jubelt über Rang drei - doch Olympia ist weit weg

Linus Straßer ist noch nicht für die Olympischen Spiele in Südkorea qualifiziert

Linus Straßer hob triumphierend die Arme in die Höhe, er schrie ein "Yes!" und ein "Jawoll!" in den Nebel am Holmenkollen in Oslo - ein dritter Rang in einem offiziellen Weltcup-Wettbewerb ist ja auch Grund zum Jubeln.

Ein paar Minuten später allerdings zuckte der 24 Jahre alte Münchner dann kurz zusammen, als er hörte: Die Norm für die Olympischen Spiele, der er in einer enttäuschenden Saison bislang hinterherfährt, hat er damit nicht erfüllt. Ergebnisse bei City-Events zählen in diesem Fall nicht.

Straßer aber trug es mit Fassung: Es sei für ihn "nur eine Frage der Zeit", bis ihm die Qualifikation für Olympia angesichts der im Januar nun anstehenden fünf "normalen" Slalom-Rennen gelänge. "Und wenn ich es nicht schaffe, habe ich es eh nicht verdient", sagte er im ZDF.

Spezialist für Parallel-Slaloms

Ein 20. Rang ist seine bislang beste Saisonplatzierung, zu wenig, um die deutschen Kriterien (einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15) zu erfüllen. Vom dritten Platz in Oslo aber erhofft sich Straßer zumindest einen Schub: "Natürlich tut so etwas gut."

Straßer hatte im vergangenen Winter bereits den Parallel-Slalom in Stockholm gewonnen, es war sein erster und bislang einziger Sieg im Weltcup. Er ist ein Spezialist für die Rennen Mann gegen Mann - und wäre zumindest für den erstmals olympischen Mannschaftswettbewerb ein wichtiger Faktor.

Zumal Felix Neureuther, den er in Oslo vertreten durfte, verletzt ausfällt. "Mann gegen Mann ist top. Es ist nicht ganz einfach, aber mir scheint es immer ganz gut zu gelingen", sagte Straßer. 

Shiffrin erneut nicht zu schlagen

Auf dem durch ein Stahlgerüst auf 180 Meter verlängerten Kurs im Gegenhang des Aufsprunghügels der Skisprung-Schanze musste sich Straßer nur im Halbfinale beugen: Er unterlag dem späteren Sieger Andre Myhrer (Schweden), er selbst gewann das Duell mit Dave Ryding (Großbritannien) um Platz drei souverän. In der ersten Runde (Achtelfinale) hatte Straßer den favorisierten Henrik Kristoffersen (Norwegen) ausgeschaltet.

Den Sieg bei den Frauen holte sich erwartungsgemäß Mikaela Shiffrin (USA), die damit ihren 37. Weltcupsieg feierte.

Die drei anderen deutschen Starter waren bereits nach der zweiten Runde nicht mehr dabei.

Lena Dürr, die 2013 beim Parallel-Slalom in Moskau ihren einzigen Weltcup-Sieg gefeiert hatte, schaffte es gegen Denise Feierabend (Schweiz) noch ins Viertelfinale, verlor dort aber klar mit 0,34 Sekunden Rückstand gegen Shiffrin. Fritz Dopfer scheiterte im Achtelfinale um 0,04 Sekunden an Luca Aerni (Schweiz), Marina Wallner unterlag in der ersten Runde der favorisierten Petra Vlhova (Slowakei).