Stockholm IT Ventures mit Krypto-Mining-Deal – Aktionäre sind noch skeptisch

Martin Mrowka
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Stockholm IT Ventures sucht neue Blockchain-Wege - Aktie in Turbulenzen

Der schwedische Technologie-Konzern Stockholm IT Ventures versucht auf den Blockchain-Zug aufzuspringen. Eine eigene Kryptowährung soll die Restrukturierung des darbenden Unternehmens vorantreiben. An der Börse ist man skeptisch.

Die Nachrichten aus dem schwedischen Nacka Strand sind ein wenig verworren. Noch im Herbst scheiterte Stockholm IT Ventures mit einem eigenen ICO (Initial Coin Offering) auf Basis einer Ethereum-Blockchain in China. Dann wollte man Anleihen im Wert von 200 Millionen Euro zur Finanzierung der „superschnellen Blockchain Wyrify“ ausgeben. Es blieb bei der Ankündigung.

Gewinnbeteiligung in Aussicht gestellt

Nun steht angeblich ein ICO der Kryptowährung Bytemine kurz bevor. Schon Ende Februar sollen die Token platziert werden - so der Plan. Dadurch verschaffe sich Stockholm IT Ventures (SITV) die notwendigen Mittel, um den Ausbau der Kapazitäten im Bereich "Coin-Mining" weiter voranzutreiben, heißt es in einer Unternehmensmitteilung aus der vergangenen Woche. Außerdem sollen die Besitzer von Bytemine-Token am Erfolg des Coin-Mining-Geschäfts partizipieren: „Auf Basis der in den ersten drei Betriebsjahren aus dem Mining erwirtschafteten Gewinns, werden 50 Prozent an die Coin-Holders ausgeschüttet“, verspricht die Firma.

Die Beteiligung werde den Aktionären von TRIG Social Media – wie das Unternehmen früher firmierte – durch eine Werbe-Aktion noch schmackhafter gemacht: Zusätzlich zu den platzierten Bytemine-Token werde Stockholm IT Ventures AG Gratis-Token an bestehende Aktionäre des Unternehmens ausgeben. Pro 1.000 Aktien der Gesellschaft werde jeder Aktionär einen Bytemine-Token erhalten, verspricht Chairman Wayne Lochner.

Diese Bytemine-Token sollen im selben Maße am Anteil des Gewinns aus dem Coin-Mining-Geschäft beteiligt sein wie bei den Token, die im Rahmen des ICO‘s platziert werden. Die Verteilung der Münzen an bestehende Aktionäre erfolgt fünf Tage vor Beginn der ICO, dessen Datum in Kürze festgelegt werde.

Neuer Krypto-Chip erhöht Miningkapazität

Klappt der ICO diesmal? Am vergangenen Dienstag wurden die Pläne jedenfalls durch eine erneute Mitteilung von Stockholm IT Ventures gestützt: Mit dem norwegischen Unternehmen Cryptotech AS wurde ein Vertrag über 210 Millionen Euro unterzeichnet. Die Norweger entwickeln für die Schweden einen neuen Chip, mit dem die Kapazität von Mining-Kryptowährungen verbessert werden könne - und SITV könnte daraus nette Gewinne generieren.

Der Deal sieht laut Mitteilung vor, dass Stockholm IT Ventures die „Kryptowährungs-Minenkapazität von 7.500 Petahash für einen Zeitraum von fünf Jahren erwerben wird, wobei der revolutionäre neue Chip von Cryptotech verwendet werden soll“. Stockholm IT Ventures zahlt 200 Millionen Euro in bar und die restlichen 10 Millionen in Aktien.

Cryptotech AS baut derzeit die weltgrößte Bitcoin-Mining-Anlage in Norwegen, die mit sauberer Wasserkraft angetrieben wird. Der neue ASIC-Mining-Chip soll im April 2018 in Produktion gehen. Die Neuschaffung (das Schürfen) von Kryptowährungen erfordert einen extrem hohen Strombedarf – einer der Hauptkritikpunkte der zukunftsträchtigen Blockchain-Technologie.

Aktienkurs unter 0,10 Euro

Auch an der Börse ist man nicht gerade euphorisch wegen des Deals mit Cryptotech. Am Mittwochmittag notierte der Schweden-Small-Cap bei 0,08 Euro. Nach der kurzfristigen Euphorie Anfang Dezember hat sich der Wert nicht mehr groß bewegt. DER AKTIONÄR rät weiterhin zur Zurückhaltung bei Stockholm IT Ventures. Zu nebulös sind derzeit noch die Erfolgsaussichten der Blockchain-Aktivitäten des Penny Stocks.