Stipendium soll Erinnerung an ermordete Journalistin Kim Wall wachhalten

Gedenkveranstaltung für Kim Wall in New York

Ein Journalisten-Stipendium soll die Erinnerung an die ermordete schwedische Reporterin Kim Wall wachhalten. Walls Familie und die Internationale Stiftung für Frauen in den Medien kürten am Freitag in New York die erste Preisträgerin, eine Journalistin aus Dänemark. Das Stipendium in Höhe von 5000 Dollar pro Jahr solle "mutige junge Frauen" unterstützen, sagte Walls Mutter Ingrid. Insgesamt seien schon mehr als 200.000 Dollar in den Kim-Wall-Fonds eingezahlt worden.

Die erste Stipendiatin, Anne Hermann, will mit dem Geld Recherchen über den dänischen Kolonialismus in Grönland finanzieren. Sie nannte Walls ein Vorbild für künftige Generationen von Journalisten. Zu der feierlichen Preisverleihung in New York kamen neben Walls Eltern und ihrem Bruder Tom auch rund hundert Freunde, viele von ihnen kannten die getötete Journalistin aus ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Columbia-Universität. Walls wäre am Freitag 31 Jahre alt geworden.

Die Leiche der Journalistin war im August im Meer entdeckt worden, nachdem sie den dänischen Erfinder Peter Madsen an Bord seines U-Boots interviewt hatte. Madsen steht derzeit in Kopenhagen vor Gericht. Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, Wall misshandelt und ermordet zu haben, bevor er ihre Leiche zerstückelte und in Plastiksäcken im Meer versenkte. Madsen bestreitet, Wall ermordet zu haben, vielmehr sei sie erstickt.