Stimmen Sie ab! Mogelpackung des Jahres 2017

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Ärgern Sie sich auch über versteckte Preiserhöhungen? Dann machen Sie mit, bei der Wahl der Mogelpackung des Jahres 2017. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat fünf Produkte nominiert. Bei diesen versuchten die Hersteller den Kunden nach Meinung der Verbraucherschützer besonders dreist Verteuerungen unterzujubeln.

Weniger Inhalt für mehr Geld, aufgeblasene Verpackungen oder zu Ungunsten der Konsumenten geänderte Zutatenlisten – das sind nur einige, der findigen Tricks, mit denen viele Hersteller versteckte Preiserhöhungen durchsetzen wollen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, Preis- und Produktänderungen scharf zu beobachten und prangert jeden Monat aufs neue besonders dreiste Täuschungsmanöver an. Darüber hinaus verleihen die Verbraucherschützer seit 2013 den wenig schmeichelhaften Titel „Mogelpackung des Jahres“. Wer es für 2017 werden soll, darüber können verärgerte Verbraucher ab sofort abstimmen.

Folgende Produkte haben sich für den Negativ-Preis qualifiziert

Fans von Milka-Schokoladen mussten im vergangenen Jahr immer wieder Preiserhöhungen hinnehmen. Viele Schokoladentafeln wiegen längst keine 100 Gramm mehr. Etliche Großtafeln wurden dünner und leichter, die Verpackung blieb gleich – bei gleichem Preis versteht sich.

Besonders dreist fand die Verbraucherzentrale Hamburg jedoch die Preiserhöhung beim Haselnussriegel Nussini. Die Füllmenge wurde zu Ungunsten der Verbraucher ordentlich nach unten korrigiert. Drin sind jetzt nur noch 31,5 statt vorher 37 Gramm. Der Riegel wurde im Juni damit um 17,5 Prozent teurer. Zudem wurde die wertgebende Zutat Haselnuss nach unten gesetzt. Ganze 42 Prozent weniger Nussanteil steckt im neuen Riegel.

Eine happige Preiserhöhung mussten im März Käufer des Vitalis Früchtemüsli von Dr. Oetker hinnehmen. „Statt bisher 600 Gramm sind nur noch 500 Gramm in der Packung. Bei gleichem Preis von zum Beispiel 2,99 Euro bei Kaufland entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 20 Prozent. Wer das Kleingedruckte nicht beachtet, wird die Veränderung rein optisch gar nicht wahrnehmen, denn die geringere Menge ist in einem nahezu identischen Karton verpackt“, erklären die Marktbeobachter von der Verbraucherzentrale in Hamburg.

Ebenfalls als besonders dreist entpuppte sich die Preiserhöhung bei den Erdnusslocken von Lorenz Bahlsen. Deftige 12,5 Prozent kosten die nun mehr. Bei gleicher Packungsgröße sind 25 Gramm weniger drin.

Und schließlich sind für 2017 noch Mars Minis und Mentos Pure White Kaugummi nominiert. „Mars macht aus zwei Größen eine: Im Supermarkt gibt es statt 250 Gramm, bei Discountern statt 333 Gramm jetzt 303 Gramm Packungen. Beide Varianten werden dadurch bis zu 10 Prozent teurer. Damit hat Mars zum fünften Mal innerhalb von acht Jahren an der Füllmenge gedreht“, so die Verbraucherschützer.

Um satte 43 Prozent verteuerten sich die Mentos-Kaugummis des Herstellers Perfetti Van Melle. In der Dose sind nur noch 35 statt vorher 50 Dragees. „Zwar sind die einzelnen Dragees schwerer, aber die Kunden werden sicherlich die neuen Dragees nicht teilen. Der Hersteller schwindelt bei Angaben zur vermeintlichen Rezepturänderung“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Hier geht’s zur Abstimmung

Sie finden das Vorgehen dieser Hersteller unverschämt? Dann machen Sie mit! Auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale Hamburg haben Sie die Möglichkeit, per Klick an der Wahl für die „Mogelpackung des Jahres 2017“ teilnehmen. Die Online-Abstimmung läuft bis zum 22. Januar 2017.
Hier geht’s zur Wahl.

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