Stimmen: "Schlechtestes Spiel seit Langem"

Jerome Boateng hat Verständnis für die laute Halbzeitansprache von Jupp Heynckes beim Auftritt des FC Bayern in Anderlecht

Der FC Bayern hat gegen den RSC Anderlecht mit 2:1 gewonnen. Der Rekordmeister hadert nach dem schwachen Auftritt mit der eigenen Leistung. 

Jerome Boateng findet klarere Worte für das Auftreten der Mannschaft. Sven Ulreich spricht über die Halbzeitansprache von Jupp Heynckes.

SPORT1 fasst die Stimmen von Sky, ZDF und aus der Mixed Zone zusammen:

Jerome Boateng (FC Bayern): "Am Ende war es glücklich. Wir haben die erste Halbzeit komplett verpennt, damit können wir nicht zufrieden sein. Jeder Einzelne war nicht gut heute, am Ende können wir uns bei Sven bedanken. Damit können wir natürlich nicht zufrieden sein, das ist nicht unser Anspruch.

Der Trainer hat es vorher noch gesagt, die Einstellung hat heute nicht gestimmt. Wir haben uns nicht konzentriert, das war das schlechteste Spiel seit Langem. Klar, dass der Trainer in der Halbzeit laut wurde, er will uns damit helfen. Nach heute müssen wir erstmal wieder von vorne anfangen."

... über das letzte Spiel gegen Paris: "Wir wollen natürlich zu Hause gewinnen, das ist erst mal das Wichtigste und am Ende schauen wir, was rauskommt. Wir wissen aber, dass Paris eine sehr starke Mannschaft ist. Aber wir spielen zu Hause und ich glaube, wir haben noch etwas gut zu machen. Das Wichtigste für uns ist, zu Null zu spielen und dann schauen wir, wie viele Tore wir schießen können. Wir wissen, wozu wir in der Lage sind. Da muss schon viel zusammenpassen, damit wir 4:0 gewinnen."


Sven Ulreich (FC Bayern): "Ich bin froh, in der ersten Halbzeit das eine oder andere mal helfen zu können, damit wir mit 0:0 in die Pause gehen konnten. Es ist natürlich klar, dass er (Anm. d. Red.: Trainer Jupp Heynckes) nicht zufrieden war. Er kann dann auch lauter werden. Es war bei uns dann klar, dass wir so nicht weitermachen können."

... über Debütant Marco Friedl: "Es ist immer schwer, wenn du bei so einem Spiel reinkommst. Er hat seine Aufgaben super gelöst. Kompliment dafür."

Jupp Heynckes (FC Bayern): "Anderlecht hat den Trainer gewechselt und das hat die Mannschaft verändert. In der ersten Halbzeit haben wir sehr schlecht gespielt und drei, vier Torchancen zugelassen, die Ulreich großartig verhindert hat. Das beste zur Halbzeit war, dass es 0:0 stand. Ich muss der gegnerischen Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Wir hatten viel zu große Abstände, haben das Spielfeld viel zu groß gemacht.

Wir hatten viele Ballverluste, die bei uns völlig fremd sind. Das hat mit Konzentration zu tun und wie man zum Spiel findet.  Nach der Pause war es etwas besser. Das war nicht der FC Bayern der letzen Wochen. Es fehlte soviel und das habe ich in der Halbzeit eindringlich moniert.Wir haben heute 2:1 gewonnen, aber das war kein Ruhmesblatt."


... über die Verletzungen von Thiago und Robben: "Direkt nach dem Spiel kann man keine genaue Diagnose sagen. Thiago hat eine Verletzung von der Länderspielpause mitgebracht. Er war vorm Spiel beschwerdefrei. Aber ich vermute, dass das jetzt zusammenhängt und befürchte eine schwere Muskelverletzung. Arjen glaubt nicht, dass es ganz so schwer ist. Wir können uns im Moment eigentlich auch keine Ausfälle leisten. Die Decke wird immer dünner."

Marco Friedl (FC Bayern): "Nach dem Abschlusstraining gestern kam der Trainer zu mir und hat gefragt, ob ich mir das zutraue. Ich habe natürlich zugesagt. Ich war den ganzen Tag sehr aufgeregt und ziemlich nervös. Aber die Leistung war in Ordnung. Auf diesem Niveau wird jeder Fehler direkt bestraft. Wir wussten, dass der Stürmer kopfballstark ist. Ihn dann im Sechszehner so frei zu lassen, war auch ein wenig mein Fehler. Mein Trikot bekommen meine Mama oder mein Papa. Das bleibt in der Familie."

Robert Lewandowski (FC Bayern): "Wir haben offensiv zu passiv gespielt. Es ist klar, dass es kein perfektes Spiel von uns war. Aber am Ende haben wir die drei Punkte. Insgesamt war das für Bayern viel zu wenig."