Stimmen: "Wir reißen das deutsche Haus ab"

Jonas Nohe, Robin Wigger
Danny Aus Den Birken (M.) wurde zum besten Torhüter des Turniers gewählt

Die deutsche Nationalmannschaft hat im Eishockey-Finale der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang die Goldmedaille verpasst.

Im dramatischen Finale musste sich Deutschland den Russen mit 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben. Doch kurz nach der Partie war der Tenor klar: Die Deutschen haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren.

SPORT1 fasst die Stimmen und Reaktionen von SPORT1, Eurosport, ZDF, aus der Mixed Zone und aus den sozialen Medien zusammen:

Danny aus den Birken: "Mit der Medaille ist das Gefühl umgeschwenkt. Wir waren so nah dran. Aber wir haben Deutschland stolz gemacht - und uns selbst. Wir haben ein unglaubliches Turnier gespielt. Silber steht uns auch sehr gut. Ich bin unglaublich happy über die Medaille."

zu Feierplänen: "Heute Abend werden wir eine Riesen-Party haben. Das wird eine tolle Nacht, die wir nie vergessen werden.

zu seiner Auszeichnung zum besten Torhüter: "Das ist der Wahnsinn. Was für eine Ehre. Jetzt reißen wir das deutsche Haus ab."


Yannic Seidenberg: "Im ersten Augenblick herrschte riesige Enttäuschung. Wir hatten Powerplay kurz vor Schluss. Aber jetzt, nachdem ich die Medaille bekommen habe, war ich einfach nur unglaublich stolz, bei der Reise dabei gewesen zu sein. Wir sind stolz über Silber. Wir haben Silber gewonnen."

über die Reise zum Silber: "Wir haben ein blödes Ausgleichstor bekommen und in Unterzahl das Spiel zu verlieren, ist sehr bitter. Aber als wir uns dann aufgereiht haben, und realisiert haben, dass wir trotzdem die Silbermedaille haben, habe ich mich tierisch gefreut. Als wir uns in Füssen getroffen haben, haben wir die Gruppe Mission Gold gestartet. Dass wir wirklich am Ende die Möglichkeit hatten, ist unglaublich. Deswegen sind wir alle stolz, trotzdem mit Silber nach Hause zu fahren."

zum bitteren Ende: "Es war eine unglückliche Entscheidung, dass wir da in Unterzahl gehen. So etwas kann man in so einer Phase im Turnier auch mal durchgehen lassen. Aber so ist der Sport. Dass bei 4 gegen 3 viel Platz auf dem Eis ist und Russland da ihre technische Klasse ausspielen kann, ist klar. Als das Tor dann gefallen ist, ist kurz schon mal die Welt zusammengefallen. Ich konnte es nicht glauben, dass Gold uns aus der Hand gerutscht ist."

zu seiner eigenen Geschichte: "Vor drei Jahren wusste ich nicht, ob ich weiter spielen kann nach meiner schweren Knieverletzung. Dann habe ich mit München gewonnen (die Meisterschaft, Anm. d. Red.) und jetzt hier Silber und seitdem kein Spiel mehr verpasst. Das macht mich unglaublich stolz – danke an die ganze medizinische Abteilung, den Leuten die mich immer wieder fit bekommen für die Spiele. Ich hoffe, dass noch einige Jahre dazu kommen und ich in vier Jahren bei Olympia noch einmal angreifen kann."

Patrick Reimer: "Es gibt keinen Grund, nicht stolz zu sein. Auch wenn es im ersten Moment natürlich weh tut. Wer hätte gedacht, dass wir so weit kommen. Wenige Leute haben uns eine Chance gegeben. Wir haben das Spiel gedreht, aber es hat nicht ganz gereicht."

zu seiner Strafzeit in der Overtime: "Der Schläger prallt vom Schaft von Dazjuk ab und geht ins Gesicht. Darüber will ich mir aber keinen Kopf machen."


Marcel Goc: "Die Freude überwiegt. Wir waren eine Minute weg vom Sieg, wer weiß was dann passiert wäre. Wir haben wieder ein Riesenspiel gemacht. Jeder kann stolz auf die Mannschaft sein. Am Ende ist es riesig. Wir waren so nah dran. Jeder hat schon gedacht, wir haben es. In Überzahl haben sie es schön gespielt. Der Unterschied war nicht groß heute. Wir haben sehr gut dagegen gehalten. Wir können stolz auf uns sein. Glaube kann Berge versetzen."

Marco Sturm: "Es waren tolle Wochen. Es war ein Erlebnis. Ein Erfolg, der jetzt in den Büchern steht. Von daher können wir nur glücklich sein. Ich bin natürlich stolz, dass wir es überhaupt so weit geschafft haben."

zum bitteren Ende: "Ob es jetzt 55 Sekunden sind oder länger – so ist Eishockey. Im Nachhinein ist es immer leichter. Im ersten Drittel sind wir nicht so gut rausgekommen, aber dann hat sich die Mannschaft gesteigert. Wir warne nah dran, aber es hat nicht sollen sein. Aber natürlich sind wir stolz. Wenn die Jungs mit Silber aufwachen, müsste alles wieder okay sein."

war er vom Turnier mitnimmt: "Ein Riesenmenge Stolz nehme ich mit und das Zusammenhalt alles bringen kann. Wie immer macht es Riesenspaß, mit den Jungs zu arbeiten. Ich bin nur happy."


Moritz Müller: "Wir waren für drei Minuten kurz Olympiasieger. Es ist schon sehr bitter, am Ende 55 Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich zu kriegen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass wenn ein bisschen Zeit ins Lande zieht – das Gefühl hatten wir auch schon vor dem Spiel - , dass wir hier Großes erreicht habe."

über das Erreichte: "Wir sind sehr stolz auf das Erreichte. Dieses Gefühl wollen wir mitnehmen. Direkt nach dem Spiel…als Sportler will man immer mehr. Wir waren dicht davor und hatten die Hand an der Goldenen. Nichtsdestotrotz ist die Leistung etwas ganz Besonderes. Ich bin stolz, so etwas erlebt zu haben in meiner Karriere. Das war etwas ganz Besonderes, was hier als Gruppe passiert ist. Wir sind von Spiel zu Spiel immer enger geworden. Wir konnten unser Eishockey bis zum Maximum steigern."

über Silber als Trost: "Es ist auf jeden Fall schön, jetzt etwas um den Hals hängen zu haben. Als wir ins Halbfinale gekommen sind, war unser größter Alptraum, dass wir die Mannschaft sind, die ohne Medaille heimgeht. Die Medaille ist die Belohnung für die Arbeit hier."

Jonas Müller: "Ich bin traurig und glücklich zugleich. Wir hatten die Goldmedaille zum Greifen nah und haben es am Ende dennoch nicht geschafft. Wir sind trotzdem froh, eine Silbermedaille gewonnen zu haben. Niemand hätte vorher geglaubt, dass wir überhaupt ins Viertelfinale kommen. Jetzt bin ich auf jeden Fall froh."

über sein Tor, das fast das Siegtor war: "Es war unglaublich. Es war die Führung zwei Minuten vor Schluss. Da hat man schon gedacht, man hat es geschafft, weil man dann noch ein Powerplay hatte."

über das gesamte Turnier: "Es war einfach geil, mit der Mannschaft zusammen zu spielen. Man hat gesehen, dass sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel gesteigert hat. Es hat einfach Spaß gemacht. Wir haben immer dran geglaubt, dass wir es schaffen können. Am Ende hat es leider nicht geklappt. Wir sind trotzdem stolz."

Die Reaktionen in den sozialen Medien:

Fußball-Nationalspieler Thomas Müller: "Ohhhhhhh noooooo 4:3! Liebe Eishockey-Nationalmannschaft, wir sind trotzdem sowas von stolz auf euch - ihr seid Helden! Feiert die Silbermedaille!"


Tischtennis-Profi Timo Boll: "Puh. Bitter, schüttelt es ab und genießt die Medaille! Sieger der Herzen! Wir sind alle stolz auf euch!"


Golfprofi Martin Kaymer: "Silber GEWONNEN! Ihr könnt stolz auf euch sein, absolute Inspiration für Wille, Kampfgeist und Zusammenhalt! Danke!"


NHL-Profi Tom Kühnhackl: "Jungs ihr wart Weltklasse. Ihr könnt unglaublich Stolz auf euch sein"


NHL-Profi Korbinian Holzer: "Silber. So fucking schade, aber was für eine Leistung. So unglaublich stolz auf diese Jungs. We'll be back"