Stimmen: "Gucke ungerne 84 Minuten von der Bank aus zu"

Julian Draxler schmorte im Santiago Bernabeu 84 Minuten auf der Bank von Paris Saint-Germain

Real Madrid erkämpft sich Im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Paris Saint-Germain einen 3:1-Sieg. Doch Julian Draxler glaubt nach der Niederlage noch ans Weiterkommen.

Im zweiten Spiel des Abends zerlegt der FC Liverpool den FC Porto auswärts mit 5:0. Reds-Trainer Jürgen Klopp ist stolz auf seine Mannschaft.

SPORT1 fasst die wichtigsten Stimmen zusammen:

Real Madrid - Paris Saint-Germain

Julian Draxler (Paris Saint-Germain):

...über die Niederlage: "Wir hatten es über weite Strecken des Spiels sehr gut im Griff, auch viel Ballbesitz. Wir haben gut gespielt und auch Torchancen herausgespielt. Am Ende war es sehr, sehr unnötig, dass wir jetzt mit zwei Toren Rückstand ins Rückspiel gehen, weil wir über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht haben."

...über den fehlenden Mosaikstein: "Das ist die letzte Cleverness. Wir haben es schon in der letzten Saison gegen Barcelona gesehen, wo wir im Hinspiel 4:0 gewinnen und im Rückspiel sechs Tore bekommen. Daraus musst du eigentlich lernen und das in diesem Jahr besser machen. Aber die individuelle Klasse von Real Madrid ist dann einfach auch sicherer. Auch wenn du hier nicht gewinnst, muss du ein gutes Ergebnis mitnehmen und fürs Rückspiel bereit sein."

...über die Negativerfahrung Barcelona im Hinterkopf: "Man denkt natürlich daran, wenn man in eine ähnliche Situation kommt. Aber wir haben daraus gelernt und wollten es dieses Jahr besser machen. Leider haben wir in den letzten Minuten das Spiel wieder aus der Hand gegeben. Aber wir sollten nicht zu schwarz malen. In Paris sind wir auch eine Hausnummer. Ein 2:0 für uns ist da durchaus möglich. Es ist nichts verloren.

...über seine persönliche Situation: "Ich würde mir wünschen, dass ich ab und zu auch mal ein Spiel über 90 Minuten mache. Es ist meistens so, dass ich nach 60 Minuten aus- oder eingewechselt werde. Hinsichtlich der WM mache ich mir da aber keine Sorgen. Ich bin voll im Saft, ich spiele genug. Aber natürlich guckst du bei einem Spiel wie heute ungerne 84 Minuten von der Bank aus zu. Aber in einer Mannschaft wie unserer ist das auch kein Wunschkonzert. Man kann sich sicher sein, dass ich zur WM topfit anreisen werde."


Toni Kroos (Real Madrid): "Ich glaube, wir hatten etwas mehr vom Spiel. Wir haben besser angefangen in der ersten halben Stunde. Das 1:0 für Paris kam für mich so ein bisschen aus dem Nichts. Danach hatten wir ein paar Probleme. Es war dann wichtig, dass wir das 1:1 durch den Elfmeter gemacht haben. In der zweiten Halbzeit hatte ich das Gefühl, das Spiel kann in beide Richtungen kippen. Es gab Chancen auf beiden Seiten. Aber im Endeffekt ist es schön, dass es in unsere Richtung ging.

Wir haben schon in der vergangenen Saison gezeigt, dass wir zu Hause immer vorlegen wollen. Das ist uns zu Beginn nicht gelungen. Umso schöner ist es dann, dass wir gegen so eine Topmannschaft aus einem 0:1 noch ein 3:1 gemacht haben. Von daher ist das ein gutes Ergebnis aber auch nicht mehr."

...über den Druck, den Real momentan wohl braucht, um gute Leistungen bringen zu können:  "Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir unter Druck und gegen starke Gegner auch immer starke Leistungen zeigen können. Natürlich wissen wir, dass die Champions League unsere letzte Titelchance in dieser Saison ist. Aber nach zwei Titeln in Folge ist der Druck jetzt auch nicht mehr ganz so hoch. Trotzdem werden wir alles versuchen, ihn wieder zu holen. Es gibt andere Mannschaften, die mehr Druck haben, die Champions League gewinnen zu müssen, so sehe ich das."

...über die Ausgangslage für das Rückspiel: "Das Ergebnis ist gut, aber gefährlich. Paris hatte heute auch einige gute Möglichkeiten. Und die Chance, dass sie diese im Rückspiel wieder bekommen ist auch da. Sie haben so viel Qualität, dass sie immer Tore machen können. Aber natürlich ist es ein gutes Ergebnis, viel besser ging es heute glaube ich nicht."

Sergio Ramos (Real Madrid): "Es war einer dieser Champions-League-Abende, an die man sich gerne erinnern wird. Wir haben diesen Sieg gewollt und gezeigt, wer wir sind. Wir sind stark und fokussiert genug, diesen Titel wieder zu verteidigen. Der Wettbewerb erfordert es auch. Respekt an die Mannschaft, die viel gearbeitet und immer auf Sieg gespielt hat. Madrid darf man nie abschreiben oder für tot erklären. Die Tür zum Viertelfinale ist weit aufgestoßen."

Adrien Rabot (Paris Saint-Germain): "Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, diese aber auch liegen gelassen. Wir hätten heute viel mehr erreichen können, doch es sollte mal wieder nicht sein. Das nervt total. Doch wir haben noch das Rückspiel. Wir werden alles geben, um weiterzukommen.

Nacho (Real Madrid): "Wir sind froh diese Schlacht gewonnen zu haben. Es ist ein gutes Ergebnis, aber noch ist nichts entschieden. PSG ist eine starke Truppe. Im Rückspiel werden wir aber bestimmt nicht auf 0:0 spielen."


Nasser Al-Khelaifi (Präsident Paris Saint-Germain): ""Neymar bleibt zu 100 Prozent bei PSG. Und die Aktion von Mbappe war nie und nimmer Abseits. Die Fehler der Schiedsrichter kamen uns heute teuer zu stehen. Das Ergebnis ist nicht gerecht. In der zweiten Hälfte waren wir besser und hatten gute Torchancen. Am Ende machen wir aber auch Fehler. Das ist bitter."

Emilio Butragueno (Real-Legende): "Immer wieder Cristiano! Er hat zwei Tore gemacht und große Präsenz gezeigt. Es ist ein Privileg, ihn im Team zu haben."

Keylor Navas (Real Madrid): "Für mich ist es eine Ehre für diesen Klub zu spielen, weiterhin Teil der Mannschaft zu bleiben und diese tollen Mannschaftskollegen zu haben. Das heutige Spiel wird uns noch mehr Selbstvertrauen geben. Wir machen das unter dem 'Mister' (Anm, d, Red.: Zidane ist gemeint) sehr gut und stehen zu 100 Prozent hinter ihm. Ich weiß, dass wir aber 150 Prozent geben müssen, um da hinzukommen, wo wir jetzt stehen."

FC Porto - FC Liverpool

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool):

...über das Spiel: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie war stark, spielte reif und sehr professionell. Sie hat gut gegen den Ball gearbeitet, den Gegner gut bewegt und hart gearbeitet. Es war kein leichtes Spiel, sondern harte Arbeit.

..über Dreierpacker Mane und die Mannschaft:

"'Man of the Match' ist Sadio Mane, ganz klar, aber auch Robertson mit seinen Diagonalbällen war stark. Und Firmino wieder. Alle waren fantastisch."

...über die gute Defensivarbeit seiner Stürmer:

"Wir haben darüber in der Halbzeit gesprochen, als wir mit 2:0 in der Kabine waren. Und dann gewinnt Salah in der zweiten Hälfte den Ball im Mittelfeld und das ist es, was du brauchst in einem Spiel, in einem Wettbewerb wie diesem. Ein solches Ergebnis ist dann eben auch nur so möglich."

...über eine eventuelle Party nach dem klaren Sieg:

"Wenn sie meinen, dass meine Spieler jetzt ein Bier trinken können, dann muss ich sie enttäuschen. Das ist eine andere Generation, die trinken heute alle kein Bier. Wenn die ein Bier bestellen, dann muss ich das am Ende noch trinken. Das macht dann auch keinen Sinn. Wir machen jetzt zwischendurch ein wenig Pause, aber dann werden wir im Trainingslager in Marbella intensiv arbeiten. Es gibt eine Menge Aufgaben, die wir noch erfüllen müssen."

Sadio Mane (FC Liverpool): "Es war kein leichtes Spiel, auch wenn wir fünf Tore geschossen haben. "Das Wichtigste ist, dass wir als ein Team gespielt haben, und das haben wir großartig gemacht. Es ist ein verdienter Sieg. 

...über den Traum-Sturm:

"Ich habe immer wieder betont, dass ich es genieße mit diesen klasse Spielern (Anm. d. Red: Salah und Firmino sind gemeint) zusammenzuspielen. Jeder spricht über uns drei, aber die Mannschaft macht es uns leicht. Ohne das Team sind wir nichts. Sie alle machen einen hervorragenden Job hinter uns drei."

Virgil van Dijk (FC Liverpool): "Ich bin stolz mein Champions-League-Debüt für diesen Verein gegeben zu haben. Was für ein Sieg!"

Georgonio Wijnaldum (FC Liverpool): "Unfassbare Nacht in Portugal. Ein großer Schritt Richtung nächster Runde. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir im Rückspiel mit derselben Energie wie heute spielen müssen."

Sergio Conceicao (Trainer FC Porto): "Wir sind gut gestartet. Wir hatten sogar eine Riesenchance durch Otávio in den ersten 20 Minuten. Danach wollten wir das Spiel in dieser einen Situation von hinten heraus schnell machen und haben das Gegentor kassiert. Wir haben noch ein paar weitere Fehler gemacht, die uns teuer zu stehen gekommen sind - gerade gegen ein Team mit so einer Offensivpower. Wir haben gut auf den Rückstand reagiert, doch dann haben wir das zweite Tor kassiert, weil wir zu passiv waren. Von da an wurde es noch schwieriger."