Stiftung Warentest rät zu Tracking-Blockern gegen Schnüffelprogramme im Internet

Die Einrichtung eines Internet-Ministeriums auf Bundesebene stößt offenbar bei vielen Bundesbürgern auf Zustimmung. Dies geht aus einer Umfrage im Auftrag des Eco-Verbands der Internetwirtschaft hervor

Zum Schutz vor Schnüffelprogrammen im Internet rät die Stiftung Warentest jedem Internetnutzer zum Einsatz von sogenannten Tracking-Blockern. Die Verfolgung des Surfverhaltens finde auf fast jeder Seite im Internet statt, warnen die Verbraucherschützer in der Septemberausgabe des Magazins "Test". Sie prüften zehn dieser Tracking-Blocker und raten zur Installation von einem oder mehreren Programmen. So sei die Privatsphäre auf jeden Fall besser geschützt als ohne.

Bei dem sogenannten Tracking sammeln Firmen Daten, die genaue Rückschlüsse auf die Interessen und Bedürfnisse des Nutzers zulassen, genauso wie auf seine finanzielle Lage, gesundheitliche Probleme, die politische Haltung und sexuelle Vorlieben. Auf dieser Grundlage wird dann personalisierte Werbung generiert. Auch die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern könne so bewertet werden.

Tracking senkt den Experten zufolge oft auch die Surfgeschwindigkeit, weil zahlreiche Firmen im Hintergrund auf die Daten des Surfers zugreifen - denn ihre Schnüffelprogramme erhöhen die Datenmenge, sodass Seiten länger zum Laden brauchen.

Für normale Internetnutzer sehr gut nutzbar sei der Tracking-Blocker uBlock Origin, empfehlen die Tester. Er verringere die Tracker-Anzahl um 77 Prozent. Auch die anderen Programme seien besser als gar kein Tracking-Blocker. Allerdings könne es sein, dass nach der Installation der Blocker Bilder oder Videos von Internetseiten verschwinden oder Texte zerbröseln. Dann sei zu empfehlen, die Intensität des Blockens in den Programmeinstellungen abzumildern.