Stiftung: Corona gefährdet Zugang zu Bildung und Verhütung

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HANNOVER (dpa-AFX) - Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) hat vor negativen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf den Zugang von jungen Frauen zu Bildung und Verhütung in ärmeren Ländern gewarnt. "Seit Beginn der Corona-Pandemie beobachten wir in unseren Projektländern Kenia und Uganda eine enorme Zunahme der Teenager-Schwangerschaften, weil Schulen geschlossen sind", sagte DSW-Geschäftsführer Jan Kreutzberg am Montag. Die meisten dieser jungen Mütter werden ihm zufolge nicht in die Schule zurückkehren können, viele werden in Armut leben. "Aufklärungskampagnen und eine bessere Versorgung mit modernen Verhütungsmitteln sind jetzt wichtiger denn je - vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen", sagte Kreutzberg. "Covid-19 darf die Erfolge der letzten Jahre nicht ausbremsen."

Nach Zahlen der Vereinten Nationen (UN) bekommen Frauen im internationalen Durchschnitt aktuell 2,4 Kinder. In Afrika südlich der Sahara sind es 4,7 Kinder - mehr als die Frauen dort möchten. Nach Angaben der DSW werden in der Silvesternacht 2020/21 knapp 7,84 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das seien circa 82 Millionen Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Laut UN nimmt die Weltbevölkerung derzeit jährlich um etwa 1,09 Prozent zu. Noch zwischen 1965 und 1970 wuchs sie jährlich um 2,05 Prozent. Gründe für das verlangsamte Wachstum sind eine bessere Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln sowie bessere Bildungschancen für Frauen.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung mit Sitz in Hannover hat sich zum Ziel gesetzt, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Dabei unterstützt sie junge Menschen in ärmeren Ländern dabei, selbstbestimmt über ihre Sexualität und über Verhütung zu entscheiden.