STICHWORT/Nach dem Kohle-Aus: Deutsche Maschinenhersteller setzen auf Export

dpa-AFX

ESSEN (dpa-AFX) - Das Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland 2018 bedeutet auch für die Hersteller von Bergbaumaschinen einen tiefen Einschnitt, das Geschäft läuft aber mit einem stärkeren Export-Fokus weiter. "Bei uns gehen nicht die Lichter aus, wir haben uns rechtzeitig umgestellt", sagt der Vize-Geschäftsführer des Fachverbandes Bergbau im VDMA, Klaus Stöckmann.

Mit den sinkenden Bestellungen aus dem deutschen Bergbau hätten die Maschinenhersteller ihren ohnehin starken Exportanteil etwa in die EU, nach China, Russland und in die USA über die Jahre schrittweise erhöht, sagt Stöckmann. Er wuchs von 84 Prozent im Jahr 2006 auf 92 Prozent 2016. Zunehmend seien neben Kohleabbaumaschinen auch Anlagen für den Erzabbau im Hartgestein etwa in Chile oder China entwickelt worden.

Innerhalb Deutschlands sei die Bedeutung der Steinkohle - bezogen auf die Mengen - ohnehin gering: Der Steinkohleanteil an der Rohstoffförderung lag 2015 bei 6,2 Millionen Tonnen - von mehr als 770 Millionen Tonnen Gesamtförderung. Wichtigste Fördermaterialien in Deutschland sind Kies und Bausand, Braunkohle sowie Kali und Salz.

Die Branche habe einen harten Einbruch hinter sich, räumt Stöckmann ein. So sank der Umsatz von 6,2 Milliarden Euro 2012 auf knapp 2,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Nach Erfahrungen früherer Krisen sei das Personal aber nicht im selben Tempo abgebaut worden: Die Beschäftigtenzahl ging vergleichsweise moderat von 14 900 im Jahr 2012 auf 11 700 zurück. Nun sei offensichtlich das Ende der Talsohle erreicht und die Branche könne mit erfahrenem Personal durchstarten.

In den ersten fünf Monaten 2017 hätten die Bestellungen schlagartig um 39 Prozent zugelegt. Weltweit investierten Abbauunternehmen in deutsche Maschinen, um ihre Kosten zu senken. Deutsche Unternehmen wie Eickhoff hätten zugleich ihre Ingenieurskapazitäten an Auslandsstandorten - im Fall Eickhoff in Australien - ausgebaut. Neuentwicklungen könnten dann künftig dort präsentiert werden, wenn Deutschlands letzte Zechen schließen.