Steven Spielberg: "Es ist schockierend, dass das Thema heute noch aktuell ist"

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Steven Spielberg wird am 18. Dezember 75 Jahre alt. Mit der Verfilmung von "West Side Story" hat er sich einen lang gehegten Traum erfüllt. (Bild: Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic/Getty Images)
Steven Spielberg wird am 18. Dezember 75 Jahre alt. Mit der Verfilmung von "West Side Story" hat er sich einen lang gehegten Traum erfüllt. (Bild: Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic/Getty Images)

Zum ersten Mal in seiner langen Karriere hat Steven Spielberg ein Musical verfilmt. Dass der Stoff von "West Side Story" auch nach vielen Jahrzehnten noch aktuell ist, findet die Regie-Legende "schockierend".

Steven Spielberg hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt und das Musical "West Side Story" fürs Kino verfilmt. "Ich wollte schon immer ein Musical machen", sagt der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. "Ich hatte mich als zehnjähriger Junge in die Musik des Broadway-Originals verliebt, die meine Eltern mit nach Hause gebracht hatten. Nichts hat mich seitdem mehr begeistert. Und deshalb habe ich mir vor etwa 15 Jahren versprochen: Wenn ich ein Musical drehe - und das wollte ich unbedingt - dann ist es 'West Side Story'."

Spielbergs Film basiert auf dem Broadway-Erfolg von 1957, der vier Jahre später zum ersten Mal verfilmt wurde. "West Side Story" erzählt eine Romeo-und-Julia Geschichte im New York der 50er-Jahre und spielt in einem heruntergekommenen Stadtviertel, in dem sich zwei rivalisierende Jugendgangs bekämpfen. Heute wie damals steht das Thema Rassenhass im Mittelpunkt der Handlung. "Es ist schockierend, dass das Thema heute noch immer sehr aktuell ist - aktueller als je zuvor", so Spielberg.

Szene aus "West Side Story": Im New York der 50er-Jahre verlieben sich Tony (Ansel Elgort) und María (Rachel Zegler) ineinander. (Bild: Disney)
Szene aus "West Side Story": Im New York der 50er-Jahre verlieben sich Tony (Ansel Elgort) und María (Rachel Zegler) ineinander. (Bild: Disney)

"Es wäre unmöglich, 'West Side Story' im New York von heute spielen zu lassen"

Im heutigen New York habe er seinen Film dennoch nicht ansiedeln wollen, so der 74-Jährige. "Es wäre unmöglich, 'West Side Story' im New York von heute spielen zu lassen. Die Songtexte sind in der Sprache der 1950-er, nicht in der Sprache von heute. Und die Songtexte wollten wir nicht ändern."

Angepasst wurden allerdings die Dialoge und die Figuren. "Drehbuchautor Tony Kushner hat alle Charaktere modernisiert - was sie sagen, wie sie sie zu sich selbst und zu anderen stehen", erklärt Spielberg im Interview. "Die Charaktere sind viel tiefgründiger und viel komplexer. Wenn die Leute heute ins Kino gehen, erwarten sie das. In den 1950-ern und den frühen 60-ern hat man eine solche Komplexität nicht erwartet. Die Charaktere sind heute viel reifer, aber der Film musste dennoch in den 50-ern spielen."

"West Side Story" startet am 9. Dezember in den deutschen Kinos. In den Hauptrollen spielen Rachel Zegler als María und Ansel Elgort als Tony.

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