Steuern sparen durch Hochzeit: Für wen es sich wirklich lohnt

Ganz ehrlich spielt ja nicht immer die Romantik die größte Rolle, wenn Paare sich das Jawort geben. Für manche ist eine gewisse Absicherung ein Kriterium, andere wollen in den Genuss von Steuervergünstigungen kommen. Wie hoch die sind, hängt vor allem von einem Punkt ab.

Lohnt sich eine Hochzeit aus steuerlicher Sicht wirklich? (Bild: Getty Images)

Werden Paare nach der Hochzeit steuerlich gemeinsam veranlagt, kommt das Ehegattensplitting zum Tragen. Dafür werden die Einkünfte der Partner zusammengezählt und die Summe anschließend wieder halbiert. Der Steuersatz wird dann auf das halbierte Einkommen angewandt und die Steuer daraus berechnet. Fällig wird dann das doppelte des Betrages.

Am lohnendsten ist das Ehegattensplitting für Paare, deren Einkommen sich stark unterscheiden. Rein steuerlich gesehen ist es sogar am besten, wenn ein Partner Alleinverdiener ist, wie ein Beispiel zeigt. Arbeitet nur ein Teil eines Ehepaares und bekommt im Jahr ein Bruttogehalt von 80.000 Euro, würden rund 22.000 Euro Steuern fällig, wenn die Partner getrennt veranlagt werden. Beim Ehegattensplitting müssten die beiden nur 15.000 Euro an Steuern bezahlen.

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Je näher die Einkommen beieinander liegen, desto geringer wird die Steuerersparnis. Geht man wieder von einem Einkommen von 80.000 Euro aus, von denen ein Partner 60.000 Euro und der andere 20.000 Euro verdient, bleiben beiden am Ende nur 1500 Euro mehr übrig. Sind die Einkommen in etwa gleich verteilt, bringt das Splitting keinen Mehrwert.

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Vom Ehegattensplitting profitieren also vor allem Ehen mit Alleinverdienermodell, doch wirklich zeitgemäß ist das nicht. Vor allem Mütter stellt es vor die Frage, ob sich ein Berufseinstieg nach der Elternzeit finanziell überhaupt lohnt. Denn damit geht nicht nur der steuerliche Vorteil flöten, sondern auch die kostenlose Mitversicherung in der Krankenversicherung des Partners. Und auch Paare, die beide in Teilzeit arbeiten möchten, um sich gleichwertig um die Kinder zu kümmern, verlieren beim Ehegattensplitting.