Steueränderungen in 2018

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Ein neues Jahr bringt immer Änderungen für Steuerzahler. Anleger, Arbeitnehmer, Rentner und Co – für alle gibt es Neuerungen. Lesen Sie hier, wer draufzahlen muss und wer profitiert.

Wer am Ball bleibt und gut informiert ins neue Jahr startet, weiß, ob künftig mehr oder weniger Netto in der Haushaltskasse landet. 2018 bringt sowohl kleine, als auch große Veränderungen. Das Verbrauchermagazin Finanztest erklärt, wer im neuen Jahr Gewinner und wer Verlierer ist.

Weniger Einkommensteuer

Die gute Nachricht gibt es gleich vorweg: Alle zahlen weniger Einkommensteuer. „Wie schon in den vergangenen Jahren passt die Bundesregierung auch 2018 den Grundfreibetrag dem Existenzminimum an. Er steigt von 8.820 Euro auf 9.000 Euro. Bis zu diesem Betrag ist auf Einkommen keine Steuer fällig“, erklären die Experten.

Draufzahlen müssen dagegen Gutverdiener. Zwar sinke aufgrund der guten Konjunktur in 2018 der Beitrag für die Rentenversicherung um 0,1 Prozent. Doch für Arbeitnehmer mit höherem Einkommen werde es dennoch teurer. Der Grund: Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Grenze um 900 Euro auf 53.100 Euro, bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung um 1.200 Euro auf 78.000 Euro im Westen und um 1.800 Euro auf 69.000 im Osten.

Wer mit dem jährlichen Bruttoeinkommen über diesen Grenzen liegt, zahlt drauf. Finanztest rechnet vor: Ein Arbeitnehmer aus Ostdeutschland mit einem zu versteuerndem Einkommen von 69.600 Euro zahlt 2018 182,93 Euro mehr für seine Sozialversicherungsbeiträge, als im Jahr zuvor. Bei einem kinderlosen Arbeitnehmer in Westdeutschland mit einem Einkommen von 78.000 Euro sind es 243,83 Euro mehr.

PC anschaffen lohnt sich

Freuen dürfen sich alle, die einen neuen PC anschaffen wollen, denn der kann in 2018 als „geringwertiges Wirtschaftsgut“ bis zu einem Betrag von 952 Euro sofort abgeschrieben werden. „Das ist fast doppelt so viel wie vorher. Arbeitsmittel unterhalb von 952 Euro können direkt als Werbungskosten geltend gemacht werden“, so die Finanztester.

Die größten Neuerungen gibt es für Fondsanleger. Denn deutsche Fonds zahlen künftig auf viele Erträge 15 Prozent Körperschaftssteuer. Somit werde weniger ausgeschüttet und neu angelegt, so Finanztest. Sparer erhalten als Ausgleich Freistellungen von der Abgeltungssteuer. Die Regelung betreffe vor allem Aktien- und Immobilienfonds, reine Rentenfonds seien nicht betroffen.

Außerdem entfalle ab 2018 der Schutz für Altbestände. Anleger, die ihre Fondsanteile vor 2009 erworben haben, müssen künftig beim Verkauf auch Abgeltungssteuer zahlen. Allerdings gilt für Kursgewinne ein persönlicher Freibetrag von 100.000 Euro. Steuern würden also nur dann fällig, wenn einige Hunderttausend Euro im Depot lägen, so Finanztest.

Mehr Kindergeld, Nachteile für Rentner

Änderungen gibt es auch beim Kindergeld. Ab 2018 gibt es pro Kind zwei Euro mehr im Monat. Der Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro auf 4.788 Euro.

Weniger Geld gibt es dagegen für alle Neurentner. Schon seit 2005 sinkt der Steuerfreibetrag für sie jährlich um zwei Prozent. „Wer 2018 in Rente geht, erhält nur noch 24 Prozent seiner Rente steuerfrei. Schlechter stehen auch diejenigen da, die im neuen Jahr 65 werden. Ihr Altersentlastungsbetrag sinkt auf höchsten 912 Euro“, so Finanztest.

Den vollständigen Bericht von Finanztest zum Thema „Steueränderungen 2018“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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