Sterbliche Überreste von Italiens letztem König aus Exil zurückgeholt

Sieben Jahrzehnte nach seinem Tod im ägyptischen Exil sind die sterblichen Überreste von König Viktor Emmanuel III. am Sonntag nach Italien gebracht worden

Sieben Jahrzehnte nach seinem Tod im ägyptischen Exil sind die sterblichen Überreste von König Viktor Emmanuel III. am Sonntag nach Italien gebracht worden. Die Überreste des Monarchen, der wegen seiner Zusammenarbeit mit dem Faschisten Benito Mussolini umstritten ist, sollen im Mausoleum der Savoyen-Dynastie im norditalienischen Vicoforte ihre letzte Ruhe finden. Die Rückführung war von Streit überschattet, weil Familienmitglieder eine Bestattung im Pantheon in Rom an der Seite anderer italienischer Könige gefordert hatten.

"Wir hätten erwartet, dass dieser Tag ganz anders verläuft", sagte Viktor Emmanuels Urenkel, der sich selbst als "Prinz von Neapel" tituliert, dem "Corriere della Sera". "Gerechtigkeit werden wir erst dann haben, wenn alle unsere Könige, die noch im Exil bestattet sind, im Pantheon ihre Ruhe finden."

Kritiker werfen Viktor Emmanuel III. vor, in den 1920er Jahren den Weg des Faschisten Mussolini an die Macht geebnet zu haben. Im Jahr 1938 unterschrieb er die antisemitischen Rassegesetze. Nach dem Zweiten Weltkrieg stimmten die Italiener für die Abschaffung der diskreditierten Monarchie. Der König dankte am 9. Mai 1946 ab und ging ins ägyptische Exil, wo er kurze Zeit später starb.

Italiens Präsident Sergio Mattarella hatte nun dem Anliegen des Hauses Savoyen stattgegeben, die sterblichen Überreste aus dem ägyptischen Exil heimzuholen. Unter Historikern und Kommentatoren hatte die Rückkehr eine Debatte ausgelöst - wobei sich die meisten eindringlich gegen eine Grablegung des Königs im Pantheon aussprachen.

Viktor Emmanuel III. sei ein König gewesen, "der die Verfassung verraten hat, den Faschismus hingenommen hat, Gesetze zur Unterdrückung der Grundrechte unterzeichnet hat, rassistische Gesetze unterschrieben hat und Italien in den Krieg geführt hat", sagte etwa der Historiker Piero Craveri.