Stephan Weil einstimmig zum SPD-Spitzenkandidaten für Niedersachsen-Wahl gewählt

SPD-Ministerpräsident Stephan Weil

Die niedersächsische SPD zieht mit Ministerpräsident Stephan Weil an der Spitze in die vorgezogene Landtagswahl am 15. Oktober. Ein Landesparteitag sprach sich am Sonntag in Hannover einstimmig für den 58-Jährigen aus. Weil erhielt alle der 180 abgegebenen Stimmen. In seiner Rede zeigte sich der SPD-Politiker kämpferisch. Seine Partei setze auf "Zukunft und Zusammenhalt", Schwarz-Gelb dagegen auf "Spaltung" und auf "Ellbogen".

Die vorgezogenen Wahlen in dem Bundesland sind nötig, weil die Abgeordnete Elke Twesten Anfang August von den Grünen zur CDU gewechselt war und die rot-grüne Koalition unter Weil damit ihre knappe Mehrheit verlor. Eigentlich hätten die Wahlen erst im Januar stattfinden sollen.

Weil warf Twesten in seiner Rede erneut "Verrat" an der Entscheidung der Wähler vor. Vor allem übte er scharfe Kritik an der bislang oppositionellen CDU. Die Vorgänge hätten bei vielen Bürgern Empörung ausgelöst, sagte Weil. Dafür sei vor allem die CDU verantwortlich: "Für die heutige CDU-Führung gilt: Sie haben viele Tricks drauf, aber wenig Anstand."

Eine Umfrage für Niedersachsen von Ende August sieht die CDU mit 39 Prozent vorn, die SPD erreicht 31 Prozent. Grüne, FDP und AfD liegen in der von der CDU in Auftrag gegebenen dimap-Befragung bei jeweils acht Prozent, die Linke würde mit vier Prozent erneut den Einzug in den Landtag verfehlen.