Stellenabbau auf Werften an der Ostsee - IG Metall kündigt Proteste an

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SCHWERIN (dpa-AFX) - Die IG Metall Küste hat vor Beginn der Verhandlungen zum Stellenabbau auf den MV Werften ihre Forderung nach Erhalt der Schiffbaubetriebe in Wismar, Rostock und Stralsund bekräftigt. "Für uns bleibt es entscheidend, dass an allen drei Standorten am Ende des Tages Perspektive möglich ist", betonte IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich am Freitag in einer Online-Pressekonferenz. Fortführungsmodelle, bei denen die Belegschaften die Verlierer seien, werde die Gewerkschaft nicht mittragen.

Für den kommenden Mittwoch kündigte die IG Metall Protestaktionen in Rostock-Warnemünde und Stralsund an. Wismar, wo derzeit rund 500 Schiffbauer an der Fertigstellung des riesigen Kreuzfahrtschiffes Global 1 arbeiten, werde sich zunächst nicht beteiligen. Am Dienstag hatte die Werftenleitung die Beschäftigten darüber informiert, dass etwa 1200 der rund 3000 Stellen gestrichen werden sollen.

Der Einbruch der Kreuzschifffahrt infolge der Corona-Pandemie hatte den Bau neuer Schiffe auf den MV Werften zwischenzeitlich zum Erliegen gebracht. Der Mutterkonzern Genting Hongkong, der die Werften 2016 übernommen hatte, um Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf zu bauen, konnte die Finanzierung nicht mehr sicherstellen. Die Werften versuchen deshalb unter den Schutzschirm des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes zu kommen. Mit Kreditbürgschaften soll die Fertigstellung von zwei begonnenen Schiffen und der Fortbestand der Werften gesichert werden. Es geht um Kreditbürgschaften von etwa 500 Millionen Euro, die zum Teil bereits bewilligt wurden. Eine endgültige Entscheidung wird bis Ende März erwartet.