Steinmeier wirbt für Engagement in Parteien

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirbt für Engagement in Parteien. Die parlamentarische Demokratie sei auch auf Bürger angewiesen, "die sich zur Wahl stellen", mahnt Steinmeier laut "Süddeutscher Zeitung" in einer Rede

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirbt für Engagement in Parteien. Die parlamentarische Demokratie sei auch auf Bürger angewiesen, "die sich zur Wahl stellen, die sich um Ämter und Mandate bewerben und die Politik zum Beruf machen", mahnt Steinmeier laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in einer für Montagabend in Mainz zum ersten Jahrestag seiner Amtsübernahme geplanten Rede.

Solche Menschen würden gebraucht, um "die Dinge zu regeln, die uns alle angehen - von der Eurokrise bis zur Umgehungsstraße". Alle, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzten, hielten die Gesellschaft zusammen. "Aber es sind eben auch die gewählten Politikerinnen und Politiker, auf die es ankommt", zeigte sich Steinmeier überzeugt.

Politisches Engagement sei "nicht immer cool und attraktiv, sondern oft unglamourös und kleinteilig", räumte Steinmeier ein. Politik koste zudem viel Zeit, Geduld und Nerven. Aber es gebe "keine Erlösung von der Politik". Es reiche auch nicht aus, "mit Häme oder Ironie auf das manchmal schwerfällige demokratische Ringen zu blicken", und es spiele den Antidemokraten in die Karten, "wenn Politiker und ihre Arbeit verächtlich gemacht oder der Lächerlichkeit preisgegeben werden".

Steinmeier warb bei seinem Besuch in Rheinland-Pfalz auch vor Unternehmern dafür, sich für die Demokratie einzusetzen. "Unsere Demokratie gehört uns allen ? aber das heißt, dass es uns auch alle angeht, diese Demokratie aufrecht zu halten und gegen ihre Feinde zu verteidigen", sagte der Bundespräsident laut Redetext bei einer Veranstaltung zum 175-jährigen Bestehen der Industrie- und Handelskammer Pfalz.

Die Demokratie lebe nicht nur in Regierungen und Parlamenten, auch Unternehmen und Betriebe seien Orte der gelebten Demokratie. Ausbildungsbetriebe seien Orte, an denen "aus jungen Menschen auch wirtschaftlich selbständige und selbstbewusste Bürger" würden.

"Mündige und tätige Demokraten kommen eben nicht nur aus Hörsälen und universitären Lehrstühlen, sondern ebenso von den Werkbänken und Berufsschulen", sagte Steinmeier. Die berufliche Bildung sei "eine tragende Säule unserer Wirtschaft und unserer Demokratie".