Steinmeier sagt neuem brasilianischen Präsidenten Lula Unterstützung zu

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem designierten brasilianischen Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die Unterstützung Deutschlands zugesagt. Steinmeier erklärte am Samstag vor dem Abflug zu Lulas Amtseinführung, die Bundesrepublik stehe bereit, den neuen Präsidenten "bei seinen ambitionierten Plänen zum Schutz des Regenwaldes bestmöglich zu unterstützen".

"Mein Besuch soll einen Impuls geben für den Neustart der bilateralen Beziehungen unserer beiden Staaten", erklärte Steinmeier. Dabei gehe es auch um das gemeinsame Ziel, "den Amazonas-Regenwald, die grüne Lunge unserer Welt, vor der Abholzung zu schützen".

Dabei sei nicht nur Brasilien gefordert: "Wir alle stehen in der Verantwortung, das Klima und unsere Umwelt zu schützen und die Artenvielfalt auf unserem Planeten zu erhalten", erklärte der Bundespräsident. Daher freue er sich, "dass die Bundesregierung bereit ist, Brasilien bei dieser enorm wichtigen Aufgabe finanziell zu unterstützen".

Der linksgerichtete Lula wird am Sonntag in seine insgesamt dritte Amtszeit eingeführt. Neben Steinmeier werden noch mehr als ein Dutzend weitere Staats- und Regierungschefs zur Vereidigung in der Hauptstadt Brasília erwartet. Am Tag nach Lulas Amtseinführung will Steinmeier den an Regenwald reichen Bundesstaat Amazonas besuchen.

Der bisherige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte bereits am Freitag das Land verlassen und war in die USA gereist. Das Flugzeug des rechtsradikalen Staatschefs landete laut der Website Flightaware am Freitagabend in Orlando im Bundesstaat Florida.

Bolsonaro war am Freitagnachmittag - zwei Tage vor der Übergabezeremonie - in einer Maschine der brasilianischen Luftwaffe Richtung Florida abgeflogen, wie brasilianische Medien übereinstimmend berichtet hatten. "Ich bin im Flugzeug unterwegs, ich komme bald zurück", wurde Bolsonaro vom Sender CNN Brasil zitiert.

Damit war klar, dass Bolsonaro am Sonntag nicht an Lulas Amtseinführung teilnehmen wird. Das Protokoll sieht eigentlich vor, dass der scheidende Staatschef seinem Nachfolger die Präsidentenschärpe umlegt.

mid/dja