Steigende Corona-Zahlen: MotoGP mahnt Einhaltung des Sicherheitsprotokolls ein

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Um die MotoGP-Rennen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie durchführen zu können, führten Promoter Dorna und Motorrad-Weltverband FIM ein strenges Sicherheitsprotokoll ein. Da in ganz Europa die Zahlen wieder deutlich steigen, wird der verantwortungsvolle Umgang mit dieser Blase im Fahrerlager immer wichtiger, um die letzten drei Rennen durchführen zu können.

Um die Logistik zu erleichtern und auch um Reisetätigkeiten einzuschränken, wurden im Kalender auf vier Strecken zwei Rennen geplant. Zu Saisonbeginn in Jerez mussten alle Teams zwischen den beiden Rennen vor Ort bleiben.

Im Protokoll heißt es auch, dass man sich bei Doppelrennen in der entsprechenden Blase im Fahrerlager und im Hotel aufhalten soll, um so das Infektionsrisiko zu minimieren. Man soll nur "wegen wichtiger Business-Gründe" diese Blase verlassen.

Über den Sommer wurde dieser Hinweis aber immer lockerer genommen. Zwischen den beiden Aragon-Rennen sind viele Personen aus dem Fahrerlager nach Hause gefahren beziehungsweise geflogen.

Das traf zum Beispiel auf die beiden Ducati-Fahrer Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci zu, die für drei Tage nach Italien geflogen sind. Beide waren sogar im gleichen Flugzeug. Selbst wenn man nicht positiv getestet wird, kann man deshalb ein Rennen verpassen.

Valentino Rossi ist das prominenteste Beispiel mit einem positiven PCR-Test

Valentino Rossi ist das prominenteste Beispiel mit einem positiven PCR-Test<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Valentino Rossi ist das prominenteste Beispiel mit einem positiven PCR-TestMotorsport Images

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Das musste Tony Arbolino erleben. Beim Flug von Le Mans (Frankreich) nach Italien saß er in der Nähe einer Person, die später positiv getestet wurde. Obwohl Arbolino negative PCR-Tests vorweisen konnte, musste er für zehn Tage in Quarantäne und verpasste Aragon 1.

Jorge Martin, Valentino Rossi und Riccardo Rossi mussten schon Rennen wegen positiver Testergebnisse auslassen. Vereinzelt traf es auch andere Personen aus dem Fahrerlager, wie zum Beispiel eine Gruppe von Yamaha-Ingenieuren.

Teams sollen im November vor Ort bleiben

Nach dem zweiten Aragon-Rennen verschickte die Teamvereinigung IRTA einen Brief an alle Teams, um sie an das strenge Protokoll zu erinnern. Aufgrund der vielen Tests und der Sicherheitsmaßnahmen sei das Fahrerlager ein sicherer Ort vor Infektionen.

"Es ist unmöglich, genau festzustellen wo Infektionen stattgefunden haben. Aber die Anzeichen deuten darauf hin, dass sie außerhalb der Events stattgefunden haben", heißt es in der Mitteilung an die Teams. "Das größte Risiko besteht daheim oder während Reisen."

Vor allem jetzt, wenn die Infektionszahlen in allen Ländern Europas deutlich steigen. Die Rennen in Valencia/Spanien (8. und 15. November) sowie in Portimao/Portugal (22. November) sollen wie geplant stattfinden, wie Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta betont hat.

Ex-Rennfahrer Simon Crafar als Boxengassenreporter im Einsatz

Ex-Rennfahrer Simon Crafar als Boxengassenreporter im Einsatz<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Ex-Rennfahrer Simon Crafar als Boxengassenreporter im EinsatzMotorsport Images

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Deshalb sollen sich alle Teammitglieder im November strikt an das Protokoll halten und die Blase so gut es geht nicht verlassen. Es wird dringend angeraten, dass sich alle während dieser drei Wochen auf der iberischen Halbinsel aufhalten und nicht nach Hause fliegen.

"Für das Doppelrennen in Valencia und das Finale in Portimao bitten wir dringend, dass man beim Team oder bei seinen Firmenkollegen in der Paddock/Hotel-Blase bleibt und nicht zwischen den Rennen nach Hause oder woandershin reist", heißt es in dem Brief.

"Das minimiert die Chance, dass man von Events ausgeschlossen wird." Außerdem wird in dem Schreiben auch gemahnt, dass man sich im Fahrerlager an die Vorschriften halten soll, denn im Smartphone-Zeitalter sind Kameras immer dabei.

"Es wurde bemerkt, dass einige Personen die Sicherheitsmaßnahmen im Paddock und in den Boxen locker nehmen. Im Fernsehen und auf Social Media sind Bilder aufgetaucht, die feiernde Teams ohne Maske zeigen."

"Wenn wir wollen, dass es uns weiterhin erlaubt bleibt, diese Veranstaltungen durchzuführen, dann müssen wir der Welt zeigen, dass wir die Bedingungen respektieren, die wir für die Erlaubnis benötigen." Das Schreiben endet mit der Aufforderung: "Bitte beeinträchtigt nicht den Rest der Saison."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.