Stefan Effenberg läutet Bayern-Alarmglocken: Abstand zu Barca, PSG und Co. "jetzt schon groß"

Stefan Effenberg hat sich zu dem doppelten Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Leipzig geäußert. Er freut sich auf die Duelle.

Stefan Effenberg sieht eine wegweisende Saison für den FC Bayern München kommen. Der ehemalige Spieler will gar ein Novum in der Geschichte des Rekordmeisters erkennen.

"Das war eine schlechte Vorbereitung, die Ergebnisse waren schlecht - und sind zum Teil krass ausgefallen. Die Alarmglocken sollten leise angehen, damit der Saisonstart nicht in die Hose geht", stellte Effenberg gegenüber T-online bezüglich der gehäuften FCB-Niederlagen fest.

Unter anderem verlor das Team von Carlo Ancelotti gegen Inter Mailand und den FC Arsenal: "Ein paar Spieler waren noch beim Confed Cup, dazu kommen die Kurz- und Langzeitverletzten, das darf man alles nicht vergessen. Die wirklichen Probleme werden wir erst nach vier, fünf Spieltagen erkennen."

Effenberg sieht Druck für Ancelotti

Die teilweisen deutlichen Pleiten bereiten Effenberg aber Bauchschmerzen: "Aber 0:4 und 0:3 - ich kann mich nicht dran erinnern, dass Bayern so hohe Niederlagen kassiert hat. Es sind so viele Fragezeichen offen nach dieser Vorbereitung - so viele gab es noch nie beim FC Bayern."

Effenberg sieht großen Druck auf Ancelotti zukommen: "Das ist im Bereich des Möglichen, dass es seine letzte Saison wird - wenn sie so läuft wie die letzte, oder vielleicht noch schlechter. Spieler werden bei Bayern ausgetauscht, der Trainer dann vielleicht auch irgendwann.“

Effenberg kritisiert Hoeneß

Dennoch stellt er auch klar: "Ich wünsche ihm das nicht und er ist ja zum Glück auch so erfahren, dass er zumindest mal eine Elf finden wird, die die nächsten Wochen gut bewältigt." Insgesamt, so Effenberg fehle "der Wille" ebenso wie der Teamgeist bei den Bayern: "Für mich das Wichtigste überhaupt im Fußball."

Dabei hilft auch die Weigerung von Uli Hoeneß nicht, auf dem Transfermarkt groß mitzumischen, so Effenberg: "Es wird nicht einfacher für den FC Bayern. Ganz im Gegenteil. Man sieht, wie andere Mannschaften aufrüsten, wenn 222 Millionen Euro in einen Neymar investiert werden. [...] Die sind hungrig und haben andere Möglichkeiten."

Abstand zur Spitze "schon groß"

Effenberg sieht eine "immer größer" werdende "Kluft" zwischem dem FC Bayern und den Top-Vereinen Europas kommen, sollten die Münchner nicht bald umdenken: "Paris ist mit Sicherheit jetzt ein Favorit auf den Sieg in der Champions League."

Die Konkurrenz enteilt, so fürchtet der 49-Jährige, der die Frage, ob er sich wundern würde, wenn Bayern in den nächsten zehn Jahren nicht die Königsklasse gewinnt, wiefolgt beantwortete: "Nein, da würde ich mich nicht wundern. Das ist eine Entwicklung aufgrund der Ablösesummen, die gezahlt werden. Da sind Paris, Barcelona, Real und auch die englischen Klubs mit ihren Möglichkeiten – und spielen die Karten auch aus. Wenn Bayern das nicht auch macht, wird der Abstand immer größer. Und er ist jetzt schon groß.“