Indexfonds erfreuen sind weiterhin höchster Beliebtheit. Mehr als fünf Billionen Dollar waren Ende Januar in sie investiert.

Indexfonds erfreuen sind weiterhin höchster Beliebtheit. Mehr als fünf Billionen Dollar waren Ende Januar in sie investiert.


Investoren setzen weiter kräftig auf Indexfonds. Ende Januar waren zum ersten Mal mehr als fünf Billionen Dollar in sogenannten Exchange Traded Funds und Produkten (ETFs und ETPs) investiert, wie aus vorläufigen Zahlen des Londoner Analysehauses ETFGI hervorgeht.

Und auch die Zuflüsse in ETFs sind den 48. Monat in Folge gestiegen. Im Januar flossen weltweit 106 Milliarden Dollar in die börsengehandelten Fonds. Das ist deutlich mehr, als der bisherige Rekord von Zuflüssen in Höhe von 68 Milliarden Dollar im Februar 2017. Wenn Angaben aus Australien veröffentlicht werden, werden die Zahlen dem Analysehaus zu folge noch einmal nach oben korrigiert.

Die Produkte, die Indizes abbilden und nur eine vergleichsweise geringe Gebühr verlangen, haben die Investmentbranche nachhaltig verändert und es unter anderem für Hedgefonds immer schwieriger gemacht, hohe Gebühren für ihre Anlagestrategien zu verlangen.


Auch der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Zwar hat das New Yorker Unternehmen, das mehr als sechs Billionen Dollar verwaltet, vom ETF-Boom profitiert. Trotzdem müssen weitere, lukrativere Einnahmen her. Blackrock plant einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge einen zehn Milliarden Dollar schweren Beteiligungsfonds und will Minderheitsanteile an Familienunternehmen und anderen Firmen kaufen, und diese mindestens zehn Jahre halten – ein Strategieschwenk, um sich über Jahre hinweg hohe Gebühren sichern zu können.

Der größte ETF ist gleichzeitig auch der älteste. Unter dem Tickersymbol SPY bildet er den breit gefassten US-Aktienindex S & P 500 nach und ist heute 307 Milliarden Dollar schwer. State Street hatte ihn vor 25 Jahren aufgebaut. Das Interesse ist ungebremst. Im Januar erhielt der Fonds weitere 30 Milliarden Dollar von Investoren – das ist mehr als dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.

Wie sich die heftigen Marktschwankungen der vergangenen Woche auf die ETF-Branche auswirken werden, bleibt abzuwarten. Star-Investor Jim Rogers etwa geht davon aus, dass die Märkte noch bis zur nächsten Sitzung der Notenbank im März unruhig bleiben werden. Der Bullenmarkt, der nun schon seit 2009 anhält, soll laut Rogers jedoch noch ein bis zwei Jahre andauern.

Aktienbasierte ETFs machen den überwiegenden Teil der Branche aus. Anleihebasierte Produkte sind deutlich weniger beliebt. Studien zeigten nämlich, dass aktiv verwaltete Anleihefonds meist deutlich besser abschneiden als ihre passiven Gegenspieler.