Statt illegaler Raves: Verein fordert Flächen für spontane Open-Air-Partys

Illegale Techno-Partys könnten nur durch eine legale Alternative eingedämmt werden.

Ob in Tunneln, leer stehenden Häusern oder im Wald: Jeden Sommer finden in Köln zahlreiche illegale Techno-Partys statt. In diesem Jahr gab es nach Angaben der Stadt bereits 20 Meldungen über Lärm mit dem Hinweis auf einen möglichen Techno-Rave. Manchmal weisen auch mit Flaschen übersäte und vermüllte Flächen im Nachhinein auf eine illegale Party hin.

Solche Open-Air-Parties müssen nach gesetzlicher Vorgabe zuvor beim Ordnungsamt als Veranstaltung genehmigt werden. Aus Gründen des Immission-, Landschafts- und Lärmschutzes besteht in den meisten Fällen jedoch kein öffentliches Interesse daran, eine solche Sondergenehmigung zu bewilligen.

Wird diese Genehmigung einfach ignoriert, müssen private Veranstalter damit rechnen, dass die Polizei oder das Ordnungsamt die Party sofort auflösen, sobald sie davon etwas mitbekommen. Nach Angabe der Stadt wurden in diesem Jahr bereits acht illegale Open-Air-Partys vom Ordnungsamt aufgelöst. Eine Vermüllung konnte nicht festgestellt werden.

Feierkultur mit Respekt vor allen Bürgern

Der Verein „Open Air Cologne“ kämpft in einer Petition für mehr Flächen, die für spontane Musik-, Tanz- und Veranstaltungen genutzt werden können. Der Mitgründer Zafer Çalışkan ist der Meinung, dass die illegalen Techno-Raves durch Verbote nicht eingedämmt werden können und es eine legale Alternative braucht. 

„Der größte Fehler ist, dass die Stadt denkt, dass wir Forderungen stellen“, sagt der 50-jährige Partyveranstalter. Dabei gehe es ihm darum, die Stadt zu entlasten. Wenn es öffentliche Grünflächen für spontane Partys geben würde, könnten Anwohner besser geschützt und Müllberge vermieden werden, weil es im Gegensatz zu illegalen Partys eine verantwortliche Person oder Gruppe gebe.  

„Auf unserer Demo am vergangenen Wochenende haben wir Mülltüten verteilt und jede halbe Stunde die Musik ausgemacht und die Feiernden zum Aufräumen animiert.“ Das Ziel der Petition sei, eine Feierkultur zu schaffen, die „ein gedeihliches und respektvolles Miteinander aller Bürger garantiert“. Zu den nichtkommerziellen Partys sollen nach Vorstellung der Initiatoren bis zu 300 Besucher kommen dürfen.

Stadt verfolge nur finanzielles Interesse

Die Initiatoren begründen ihr Vorhaben damit, dass bislang nur kommerziellen Veranstaltern die Möglichkeit gegeben werde, Partys im öffentlichen Raum zu organisieren, das sei ärgerlich. Die Stadt habe sich ihm gegenüber noch nicht offen für einen Dialog gezeigt. „Dabei gibt es genügend freie Flächen, und wir wollen gemeinsam mit der Stadt und Anwohnern ein Konzept erarbeiten.“

Auf Nachfrage erklärt ein Pressesprecher der Stadt, dass „für Partys dieser Art das öffentliche Interesse fehlt“. Außerdem sei der Vorschlag des Vereins nicht umsetzbar. Eine Erlaubnis für derartige Veranstaltungen würde zu einer Überbeanspruchung der städtischen Grünflächen führen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta