Statistiker geben Daten zur Entwicklung des Außenhandels bekannt

WIESBADEN (dpa-AFX) - Lieferengpässe und die Folgen des Ukraine-Krieges belasten Deutschlands Exportwirtschaft. Wie sich Ausfuhren und Einfuhren im Juni sowie im ersten Halbjahr 2022 entwickelt haben, gibt das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden bekannt (08.00 Uhr).

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres legten die Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch kräftig um 11,2 Prozent zu. Im Mai zeigten sich allerdings Bremsspuren im Monatsvergleich. Die Exporte sanken gegenüber dem Vormonat. Die Importe legten dagegen wegen der gestiegenen Gas- und Ölpreise zu.

Erstmals seit Jahren wies Deutschland im Handel mit anderen Ländern in einem Monat unter dem Strich ein Minus aus, weil das Importvolumen die Exporte überstieg. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde war es das erste Handelsbilanzdefizit in einem Monat seit Januar 2008.

Deutschland ist abhängig von Energieimporten aus dem Ausland. Die Preise für Öl und Gas sind seit Beginn des Ukraine-Krieges deutlich gestiegen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht den Exportabschwung eingeläutet: "Die Exporteure sind immer weniger in der Lage, die durch Lieferketten bedingten Kostensteigerungen an internationale Kunden weiterzureichen."

Die drohende Gasknappheit belastet zudem zunehmend den Ausblick der Exportwirtschaft. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter etwa 2300 Industrieunternehmen hervor. Die Exporterwartungen, ein Stimmungsindikator der Branche, fielen demnach von Juni auf Juli um 3,9 Punkte auf minus 0,5 Zähler.

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