State Street Bank: Zuversicht in Europa - Trump belastet Stimmung in USA

BOSTON (dpa-AFX) - Anleger an Europas Börsen haben sich im November noch zuversichtlicher gezeigt. Der vom Finanzdienstleister State Street monatlich ermittelte Investor Confidence Index (ICI) für Europa stieg um 1,1 auf 133,9 Punkte. "Das Vertrauen der europäischen Anleger ist nach wie vor hoch", sagte Stratege Michael Metcalfe von State Street Global Markets. Derart zuversichtlich seien die Anleger letztmals Ende 2014 gewesen, kurz bevor die Europäische Zentralbank die erste Runde der Käufe von Staatsanleihen einläutete.

Die entsprechenden Umfragen für Nordamerika (67,7 Punkte) und Asien (85,6 Punkte) bewegten sich nicht oder kaum von der Stelle - auf deutlich niedrigeren Niveaus als in Europa. Das geringe Zutrauen der Investoren in Nordamerika erklärte Kenneth Froot von State Street mit dem Handelskrieg und den Anhörungen im Zusammenhang mit einer möglichen Amtsenthebung des US-Präsidenten Donald Trump. Beides laste auf der Stimmung der Investoren.

Der weltweite Investor Confidence Index stieg derweil auf 80,9 Punkte, ein Plus von 1,7 Punkten im Vergleich zum bereinigten Wert von 79,2 im Oktober. Damit bleibe das globale Anlegervertrauen jedoch unter dem neutralen Wert von 100. Die seit Ende 2018 zu beobachtende vorsichtige Haltung zu Aktien dauere also fort.

Der Investor Confidence Index misst das Vertrauen beziehungsweise die Risikobereitschaft der Anleger quantitativ, indem er das tatsächliche Kauf- und Verkaufverhalten institutioneller Investoren untersucht. Der Index weist Änderungen bei der Risikobereitschaft der Anleger eine genaue Bedeutung zu: Je höher die prozentuale Verteilung auf die einzelnen Papiere, desto größer die Risikobereitschaft beziehungsweise das Vertrauen. Ein Wert von 100 ist neutral; dies ist der Wert, bei dem Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen weder erhöhen noch verringern.