Startup-Gründerinnen erfinden Kollegen, um ernst genommen zu werden

Die Gründerinnen von Witchsy. (Bild: Witchsy)

Neben weniger Geld und schlechteren Chancen auf eine Führungsposition gibt es noch ein Problem, mit dem Frauen in der Arbeitswelt zu kämpfen haben: Sie werden schlicht nicht für voll genommen. Deshalb haben zwei Gründerinnen zu einem Trick gegriffen …

Penelope Gazin und Kate Dwyer wussten genau was sie taten, als sie vor einem Jahr den Online-Marktplatz Witchsy gründeten. Was ihnen aber wirklich auf die Nerven ging, waren männliche Entwickler und Grafik-Designer, die ihnen bei der Programmierung ihrer App helfen sollten. Denn die antworteten ihnen entweder gar nicht oder spät und schrieben sie mit abschätzigen Begrüßungsformeln wie “Hey Girls” an. Weshalb die Frauen auf einen Trick zurückgriffen und einfach einen männlichen Co-Founder namens Keith Mann erfanden.

Der fiktive Co-Founder bekam ganz andere Reaktionen

Keith, angeblich Ex-Football-Spieler und verheiratet, hatte sogar ein eigenes Fake-Twitter-Profil. Und offiziell kümmerte er sich auch um die Korrespondenz, die mit seinem Namen unterschrieben war. Gegenüber dem Magazin “Fast Company” sagte Kate Dwyer: “Ich musste tagelang auf eine Antwort warten, aber Keith bekam nicht nur Antworten, sondern wurde auch noch gefragt, ob es sonst etwas gebe, mit dem man ihm helfen könne.”

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Unglaublich eigentlich, und doch haben die unterschiedlichen Reaktionen die Startup-Gründerinnen eher angespornt als erzürnt. Und der Erfolg gibt ihnen recht: Nach eigenen Angaben ist Witchsy so gut gestartet, dass es schon im ersten Jahr einen Gewinn abgeworfen hat. Nur Keith, der alte Mail-Schreiber, der anfangs so nützlich war, ist mittlerweile raus aus dem Boot. Die Frauen brauchen ihn einfach nicht mehr.