Start-ups: Berliner Schulen starten Forschungsprojekt

Schüler des Reinickendorfer Thomas-Mann-Gymnasiums im Labor des Start-up-Unternehmens DexLeChem mit dessen Gründerin Sonja Jost (Mitte)

Bevor die Schüler des Reinickendorfer Thomas-Mann-Gymnasiums den Eingang des großen Pharmakonzerns Bayer in Wedding passieren, müssen sie sich sorgfältig registrieren lassen. Handyfotos sind verboten.

Nicht jeder hat Zutritt auf das Werksgelände. Die ausgewählte Schülergruppe des Profilkurses Chemie steuert einen weißen Bungalow am Rande des Geländes an. In diesem sogenannten Inkubator, wo Berliner Start-ups der Chemie ihre ersten Schritte machen, sollen sie ihren ersten richtigen Auftrag von dem Jungunternehmen DexLeChem erhalten.

Schüler sollen zu jungen Unternehmern werden

Die Zehntklässler sind Teil des Projektes "Lab2Venture", das an diesem Freitag an zehn Berliner Schulen startet. Das Bildungsprogramm zur Förderung von Naturwissenschaften und Unternehmertum an Schulen wird durch den Verein der "Berliner Morgenpost" Berliner helfen e. V. unterstützt. Die Idee: Schüler erhalten echte Forschungsaufträge aus der Wirtschaft und werden so selbst zu jungen Unternehmern.

Sie bekommen einen Einblick in die praktische Anwendung von Naturwissenschaften und in verschiedene Berufsfelder. Dabei lernen sie, Angebote zu schreiben, langfristige Projekte zu planen und diese dann auch umzusetzen. Unterstützung erhalten sie von den Schülerlaboren NatLab der Freien Universität, vom Gläsernen Labor am Campus Buch und vom Schülerforschungszentrum an der Lise-Meitner-Schule.

Berlin wirbt um Londoner Start-ups

Für Londoner, die nicht nach Berlin kommen können, kam diese Woche Berlin nach London. Am Montag eröffnete ein einwöchiges Pop-Up Labor in Soho im Londoner West-End. Macher Berliner Start-ups zeigten Londoner Unternehmern, was in Berlin gerade geht. Das Web-Entwicklungsunternehmen MBJ hat kürzlich eine Niederlassung in Berlin eröffnet. Der Gründer Julian Baladurage. "Also einer der Hauptgründe, warum wir nach Berlin gezogen sind, war natürlich die Eröffnung des deutschen Marktes. In der zweiten Instanz ist es einfach schneller passiert wegen dem Brexit. Weil wir gesagt haben: 'Gut, wir bauen jetzt ein großes Team auf, das machen wir jetzt lieber in Berlin, wo wir ein bisschen mehr Sicherheit und Stabilität haben, als in London'. Und ein dritter, sehr wichtiger Faktor ist einfach die Wirtschaftsförderung, die es gerade in Deutschland und in Berlin vor allem gibt, wo einfach ein junges Talent, junge Unternehmen, innovative Unternehmen, stark unterstützt werden mit Kapital auch." Die unsichere Situation in Großbritannien nach dem Brexit-Votum will die Stadt Berlin für sich nutzen. Möglichst viele Londoner Start Ups sollen in die deutsche Hauptstadt ziehen. Berlin - 'The Place to Be', so sieht es der Leiter der Berliner Vermarktungskampagne, Stefan Franzke. "Seit dem Brexit haben sich mehrere Unternehmen gemeldet. Mit 40 sind wir in einem ständigen Kontakt, da ist es sehr konkret, fünf davon haben sich schon entschieden, in Berlin das Business aufzumachen, und viele weitere werden folgen. Die meisten Sektoren, die betroffen sind, kommt aus der Informations- und Kommunikationstechnologie, und darunter sind sehr viele Unternehmen aus der Fin-Tech-Szene." Das Pop-Up Labor ist noch bis zum 26. November geöffnet.

Chemie-Start-up-Gründerin gibt Ratschläge

Die Schüler des Reinickendorfer Gymnasiums sollen ...

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