Start-up-Mitarbeiter arbeiten länger und bekommen weniger Geld

Wer bei einem Start-up als Geschäftsführer anheuert, bekommt weniger Gehalt als ein Angestellter in einer alteingesessenen Firma, zeigt eine Studie.


Sein Glück bei einem jungen Start-up versuchen? Oder doch lieber auf Nummer sicher gehen, und sich eine Stelle in einem alt eingesessenen Unternehmen suchen? Wer frisch von der Uni kommt, dürfte sich diese Frage stellen.

Wem das Gehalt besonders wichtig ist, sollte sich an die altbewährten Firmen halten. Das zumindest legt eine Befragung des Portals gehalt.de und der Zeitschrift Gründerszene Karriere nahe.

Untersucht wurden 1600 Gehaltsangaben von Start-ups sowie über 24.000 Daten aus der klassischen Industrie. Das Ergebnis: Wer bei einem Start-up anheuert, verdient deutliche weniger – und zwar unabhängig von der Hierarchieebene.


So verdienen die befragten Geschäftsführer in der klassischen Industrie 95.800 Euro brutto im Jahr, während Fachkräfte im Schnitt auf ein Grundgehalt von 57.491 Euro im Jahr kommen.

Start-up-Geschäftsführer dagegen bekommen mit 54.295 Euro im Jahr gut 23 Prozent weniger und damit nicht einmal Durchschnittsgehalt einer Fachkraft bei einem klassischen Unternehmen. Fachkräfte bei Start-ups verdienen mit durchschnittlich 40.978 Euro Jahresgehalt noch einmal deutlich weniger.

Etwas höhere Prämien für Start-up-Angestellte

Dagegen können Start-up-Mitarbeiter auf etwas höhere Prämien hoffen. Diese lagen für Fachkräfte laut Befragung bei durchschnittlich 5988 Euro – absolut gesehen – im Jahr währen Fachkräfte in der klassischen Industrie auf durchschnittlich 4304 Euro kamen.

Start-up-Geschäftsführer dagegen müssen sich mit geringerer leistungsabhängigen Vergütung begnügen als ihre Kollegen in der klassischen Industrie. Bekamen letztere im Schnitt 11.944 Euro Prämie im Jahr, mussten Start-up-Chefs mit 10.777 Euro vorlieb nehmen.


Auch müssen Start-up-Mitarebeiter mehr Überstunden leisten als Angestellte in alteingesessenen Firmen. Die vereinbarte Arbeitszeit bei Geschäftsführern sowohl bei Start-ups als auch bei der klassischen Industrie war mit 40 Stunden pro Woche gleich hoch. Jedoch mussten Start-up-Geschäftsführer mit tatsächlich abgeleisteten 47 Wochenstunden rund eine Stunde höher als bei den Chefs der klassischen Firmen.

Für einfache Angestellte gilt Ähnliches. Deren vereinbarte Arbeitszeit betrug sowohl bei klassischen Unternehmen als auch bei Start-ups 39 Stunden. Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit war für Star-up-Mitarbeiter mit 42 Stunden höher als bei Angestellten der traditionellen Firmen, die 40 Stunden betrug.