Steinhaus-Debüt ruft Casillas auf den Plan

Franck Ribery gehörte zu den ersten Gratulanten

Franck Ribery hat Bibiana Steinhaus zu ihrem historischen Debüt in der Bundesliga gratuliert. 

Die 38 Jahre alte Schiedsrichterin hatte bei der Partie zwischen Hertha BSC und Werder Bremen (1:1) als erste Frau eine Partie in der höchsten deutschen Spielklasse geleitet.

"Chapeau Bibiana Steinhaus! Gratuliere zum 1. Spiel in der Bundesliga. #GoodJob", schrieb Ribery auf Twitter nach Spielende.


Den Star des FC Bayern und die Unparteiische verbindet eine lustige Vorgeschichte. Ribery hatte Steinhaus in der ersten Runde des DFB-Pokals einen Streich gespielt und ihr im Scherz die Schnürsenkel ihrer Schuhe gelöst. Steinhaus hatte gelassen reagiert und die Aktion mit Humor genommen.

Ribery von Steinhaus beeindruckt

Schon damals outete sich Ribery als Steinhaus-Fan: "Sie ist schon stark, hat viel Kraft. Das war lustig! Sie hat das gut gemacht, war gut drauf."

In Berlin zeigte Steinhaus eine fast durchgehend souveräne Leistung. Klare Kommunikation, lockeres Auftreten und dennoch ein strenges Regiment: hitzige Situationen löste sie souverän.

Vor dem 1:0 der Gastgeber ließ Steinhaus nach einem Foul an Herthas Vladimir Darida richtigerweise den Vorteil laufen, den Mathew Leckie (38.) zur Führung nutzte. Ansonsten blühte ihr der Alltag eines Bundesliga-Referees: Gemecker der Spieler, Unmutsbekundungen der Fans bei strittigen Situationen.


Steinhaus freut sich auf "Normalität"

Auch Steinhaus selbst zog ein positives Fazit: "Für uns ist es entscheidend, nach 90 Minuten nicht im Fokus zu stehen. Das ist uns geglückt, damit sind wir sehr zufrieden", sagte die 38-Jährige nach der Partie in Berlin.

Nach all dem Wirbel der vergangenen Tage sehnt sie sich nun nach "Normalität". Sie freue sich, "dass es vorbei ist", zugleich habe sie ihr Debüt mit ihrem Team "wirklich genießen können". 


Trainer zufrieden mit Debüt

Auch die beiden Trainer waren mit der Leitung zufrieden. "Großer Respekt, sie hat viel laufen lassen, obwohl es war ein körperbetontes Spiel war. Ich war sehr zufrieden", sagte Hertha-Coach Pal Dardai. Werder-Trainer Alexander Nouri sagte: "Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass das Geschlecht egal ist. Bibiana Steinhaus hat das ordentlich gemacht."

Respekt und Anerkennung erntete Steinhaus auch von Vedad Ibisevic - und das, obwohl dieser während der Partie gerne einen Elfmeter zugesprochen bekommen hätte: "Großer Respekt, sie hat es super gemacht. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir mehrere Frauen in der Bundesliga hätten", sagte der Hertha-Kapitän.


Viel Lob für Steinhaus

Lob für ihr Bundesliga-Debüt erntete Steinhaus dabei nicht nur aus der heimischen Bundesliga. Sogar Spaniens Torwart-Legende Iker Casillas vom FC Porto gratulierte ihr auf Twitter und schrieb: "Alles Glück der Welt für Bibiana Steinhaus und für alle Frauen, die nach ihr kommen!"


Auch einer ihrer Vorgänger, der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann, lobte ihre Leistung nach der Partie: "Klasse Start von Bibiana Steinhaus in der Bundesliga."



Viel Erfahrung in Liga 2

Steinhaus war im Mai zur Saison 2017/18 als erste Frau in die 1. Liga befördert worden. Seit 1999 ist die 38-Jährige DFB-Schiedsrichterin und seit 2005 FIFA-Schiedsrichterin.

Im Frauenfußball leitete sie unter anderem das Finale der WM 2011 sowie das Finale der Olympischen Spiele 2012. Bei den Männern kommt sie als Referee seit 2007 in der 2. Fußball-Bundesliga auf insgesamt 80 Spiele.