Italien vs. England - der EM-Showdown im Head-to-Head-Check

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Im Finale der EM 2021 treffen mit Italien und England zwei interessante Mannschaften aufeinander. SPORT1 vergleicht die Teams - und nennt den Schlüsselspieler.

Italien vs. England - der EM-Showdown im Head-to-Head-Check
Italien vs. England - der EM-Showdown im Head-to-Head-Check

24 Mannschaften sind angetreten, zwei sind noch übrig. Im Finale der Europameisterschaft 2021 stehen sich die stürmischen Italiener und die erfolgshungrigen Engländer gegenüber. 

SPORT1 vergleicht die beiden Fußball-Nationen, die noch nie in einem EM-Finale gegeneinander gespielt haben, Position für Position. 

Tor: Donnarumma vs. Pickford

Gianluigi Donnarumma: Spielt eine bockstarke EM, ließ vor allem Belgien im Viertelfinale mit starken Paraden verzweifeln und glänzte auch im Elfmeterschießen gegen Spanien, als er gegen Morata hielt. Trotz kleiner Wackler beim Spiel mit dem Fuß ein mehr als würdiger Nachfolger für Gianluigi Buffon. Offiziell vereinslos, aber angeblich kurz vor der Unterschrift bei Paris Saint-Germain. Mit 22 Jahren endgültig in der Torhüter-Elite angekommen. 

Jordan Pickford: Wirkt in manchen Phasen nach wie vor ein wenig hektisch, aber auch er spielt eine solide und vor allem weitgehend fehlerfreie EM. Dass England bis zum Finale nur ein einziges Gegentor bekam, ist auch sein Verdienst. Beim Tor für Dänemark wohl machtlos. Mit Donnarumma kann er trotzdem nicht ganz mithalten, Punkt für Italien: 1:0

Innenverteidigung: Chiellini vs Maguire 

Giorgio Chiellini: Was ein Typ! Glänzt beim EM-Halbfinale vor dem Elfmeterschießen als Spaßvogel, führt Italien als Kapitän an und zelebriert im fortgeschrittenen Fußball-Alter von 36 Jahren immer noch Abwehrverhalten in Reinform. Knallhart am Mann, abgeklärt in der Spieleröffnung. Verpasste zwei Spiele verletzt, im entscheidenden Moment immer da. Bildet seit Jahren ein kongeniales Duo mit Leonardo Bonucci.

Harry Maguire: Immer noch der teuerste Innenverteidiger der Welt - und endlich auch unübersehbar in Topform. Bei der EM stellt der immer mal wieder belächelte Star von Manchester United seine ganze Klasse unter Beweis. Hinten kompromisslos und fehlerfrei, bei jedem englischen Standard ein Gefahrenherd. Maguire und Chiellini nehmen sich nichts, Punkt für beide: 2:1

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Innenverteidigung: Bonucci vs Stones

Leonardo Bonucci: Zwei Jahre jünger als Chiellini aber nicht weniger abgeklärt. Bei seinen Leistungen kommt nicht nur Bastian Schweinsteiger ins Schwärmen, dem Juve-Star macht niemand mehr etwas vor. Weist die teils deutlich jüngeren Kollegen an, geht auch beim Elfmeterschießen gegen Spanien (erfolgreich) voran. Eine echte Bank. 

John Stones: Der etwas schwächere der beiden englischen Innenverteidiger, der aber trotzdem ein richtig gutes Turnier spielt. Einer der besten Zweikämpfer des Turniers, ergänzt sich gut mit Maguire. Auch er ist offensiv eine Waffe. Die deutlich größere Erfahrung spricht für Bonucci, 3:1 für Italien. 

Außenverteidigung: Emerson vs Shaw

Emerson: Der in Brasilien geborene Mann vom FC Chelsea war bis zum Viertelfinale nur Backup des herausragenden Leonardo Spinazzola. Den verletzten Außenverteidiger kann er nicht ganz gleichwertig ersetzen, trotzdem sollte man ihn auf keinen Fall unterschätzen. Hat viel Speed und kann England auf dem Flügel gefährlich werden. 

Luke Shaw: Was für Maguire gilt, gilt auch für Shaw. Wie sein Teamkollege von ManUnited musste auch er sich lange immer wieder Kritik gefallen lassen. Bei der EM sieht das Publikum aber einen Shaw in bestechender Form. Spielwitz, Offensivdrang, großer Wille. An dem Spiel des 25-Jährigen lässt sich gut erkennen, warum die häufig hoch gehandelten Engländer endlich wirklich nach dem Titel greifen. Punkt für England, 3:2

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Außenverteidigung: Di Lorenzo vs Walker

Giovanni Di Lorenzo: Nächster knallharter Verteidiger auf Seiten der Italiener. Hat seine Stärken in der Defensivarbeit. Der Mann vom SSC Neapel fällt eher in die Kategorie “Wadenbeißer” und dürfte für Raheem Sterling ein unangenehmer Gegner werden.

Kyle Walker: Kam als Verlierer des Champions-League-Finals zum Turnier, ließ sich aber nie hängen. Der City-Star ist der älteste Spieler im England-Kader, aber immer noch einer der Schnellsten. Mit seinem Speed in diversen Laufduellen im Halbfinale gegen Dänemark extrem wertvoll. Offensive Läufe setzt er eher gezielt als nonstop. Treibt Jungstar Saka vor sich immer wieder an. England gleicht aus: 3:3

Defensives Mittelfeld: Jorginho vs Rice

Jorginho: Der Mann vom FC Chelsea ist Dreh- und Angelpunkt bei der Squadra Azzurra. Hat seine bestechende Form der abgelaufenen Saison zur EM mitgenommen, liefert auf höchstem Niveau ab. Hält den Laden im Verbund mit den Legenden in der Innenverteidigung zusammen, verteilt nach vorne die Bälle. Machte das Finale mit einem ultra-coolen Elfmeter klar. Die Fans in Italien fordern bereits den Ballon d'Or. 

Declan Rice: Fällt nicht immer ganz so sehr auf, wie Jorginho oder auch einige seiner Mitspieler, ist aus dem Team von Gareth Southgate aber nicht wegzudenken. Wichtig für die Stabilität, wichtig für den Spielaufbau. Jorginho hat hauchdünn die Nase vorn, 4:3

Zentrales Mittelfeld: Verratti vs Phillips 

Marco Verratti: Ein begnadeter Fußballer, der bei Paris eine von diversen Verletzungen überschattete Saison hinter sich hat. Ergänzt sich bestens mit Jorginho, übernimmt den etwas offensiveren Part. Kann am Ball alles, ist wendig und hat ein gutes Auge für den Ball nach vorne. 

Kalvin Phillips: Spielt bei Leeds United und damit als einer der wenigen Stammspieler nicht bei einem ganz großen Premier-League-Klub. Überzeugt vor allem als Kämpfer, der sich für keinen Weg zu schade ist. Die EM ist sein endgültiger Durchbruch auf höchstem Niveau, das größere Potenzial hat Verratti: 5:3 für Italien. 

Zentrales/offensives Mittelfeld: Barella vs Mount 

Nicolò Barella: Gehört wie Phillips zu den Spielern, die vielleicht nicht jeder Fan vor der EM auf der Rechnung hatte. Jetzt dürfte der 24-Jährige von Inter in aller Munde sein. Furchtlos und mit jeder Menge Spielwitz ausgestattet steht er sinnbildlich für das neue, spielfreudige Italien. 

Mason Mount: Wurde zunächst von einer Zwangs-Isolation ausgebremst, vor dem Finale aber dennoch in Topform. Etwas offensiver als Barella. Wie der Italiener besticht er mit völlig unbekümmertem Auftreten, immer für eine zündende Idee gut. Weiß als Chelsea-Star, wie man große Finals gewinnt. Auch deshalb Punkt für England, 5:4

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Linksaußen: Insigne vs Sterling

Lorenzo Insigne: Das erste, was einem auffällt, ist die geringe Körpergröße. Das zweite: Er ist ein gigantischer Zocker. Kann im Eins-gegen-Eins jedem Gegner wehtun, aber auch im Kombinationsspiel und als Vorlagengeber auf höchstem Niveau. Mit 30 Jahren ist der Neapel-Star womöglich in der Form seines Lebens, sein Traumtor gegen Belgien dürfte nicht nur die eigenen Landsleute verzückt haben. 

Raheem Sterling: Der Mann des Turniers bei England. Torschütze und Erfolgsgarant. Kommt er an den Ball, wird das Spiel meist schneller. Konnte bei ManCity vor allem zu Saisonende nicht immer überzeugen, bei der EM ist er bisher der Unterschiedsspieler. Der von ihm herausgeholte Elfmeter im Halbfinale war billig, aber eben auch entscheidend. Punkt geht an Sterling und England, 5:5

Rechtsaußen: Chiesa vs Baka 

Federico Chiesa: Ein echter Draufgänger, der nichts als Tore und Siege im Kopf zu haben scheint. Traf mit einem hübschen Schlenzer gegen Spanien, sucht immer den Weg zum gegnerischen Kasten. Auch die so sattelfeste Defensive der Engländer wird mit ihm alle Hände voll zu tun bekommen. 

Bukayo Saka: Spielt, während Jadon Sancho von außen häufig nur zuschaut. Der Teenager vom FC Arsenal lässt sein gigantisches Potenzial immer wieder aufblitzen. Wendig und mit viel Ballgefühl gesegnet, Geschwindigkeit hat er auch. Im Duell mit Chiesa gibt es für beide Teams einen Zähler: 6:6 

Sturm: Immobile vs Kane

Ciro Immobile: Mit 31 Jahren ist er der wohl beste Stürmer, der er sein kann. Schussgewaltig, torhungrig und mit allen Wassern gewaschen (Stichwort: Schauspieleinlage gegen Belgien). Gefährlich vor allem dann, wenn er mit Speed in offene Räume stechen kann. Ob das gegen Englands Bollwerk der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. 

Harry Kane: Einer der besten Stürmer der Welt, aber immer noch ohne großen Titel. Im Finale der EM soll sich das endlich ändern, bereit scheint der Tottenham-Star zu sein. Nach Anlaufschwierigkeiten zu Beginn des Turniers ist der Knoten geplatzt, beim Halbfinal-Sieg traf er entscheidend per Elfmeter. Einfach noch einen Tick höher einzuschätzen als Immobile. Endstand: 6:7 für England. 

Weitere Faktoren und Fazit:

Bei den Trainern stehen sich in Roberto Mancini und Gareth Southgate zwei erfahrene Ex-Profis an der Seitenlinie gegenüber, die ihre Teams mit einer klaren Vision ins Finale führten. Mancini führte bei Italien modernen Offensiv-Fußball ein, Southgate gab England mit kompaktem Auftreten den Plan zum Erfolg. 

Die prominenter besetzte Bank haben derweil die Engländer, für die Offensive stehen neben dem schon erwähnten Sancho auch noch Spieler wie Marcus Rashford und Phil Foden zu Verfügung, letzterer ist allerdings fraglich. Im Mittelfeld kann Southgate jederzeit Jordan Henderson oder Jude Bellingham ins Geschehen werfen. 

Das Zünglein an der Waage in einem engen Duell könnten derweil die Fans werden. Rund 60.000 Zuschauer werden im englischen Wembley-Stadion erwartet. Im Mutterland des Fußballs ein unübersehbarer Heimvorteil.

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