Stalker-Eichhörnchen: Polizei muss Mann vor aufdringlichem Tier retten

Hannah Klaiber
Freie Journalistin
Eichhörnchen halten die deutsche Polizei in Atem. (Bild: Getty Images)

Was ist denn nur mit den Eichhörnchen in Deutschland los? Gleich zweimal riefen die süßen Tiere vergangene Woche wegen krimineller Machenschaften die Polizei auf den Plan. Wir fragen uns: Sind das Anzeichen einer Eichhörnchen-Apokalypse? Oder steckt doch ein ganz plausibler Grund hinter den Attacken?

Atemlos rennt ein Mann durch die Karlsruher Straßen. Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn – die Angst weitet seine Augen. Schließlich hält er sich an einer Straßenlaterne fest, kommt zu Atem. Er dreht sich um… Und da sitzt sie. Die bösartige Kreatur, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgt und blankes Entsetzen auslöst: ein Eichhörnchen!

So oder so ähnlich muss sie wohl abgelaufen sein, die wohl verrückteste Verfolgungsjagd der Karlsruher Geschichte. Wie die Polizei bestätigte, ging in der Stadt in Baden-Württemberg am Donnerstag der Notruf eines aufgebrachten Mannes ein, weil er sich „von einem jungen Eichhörnchen verfolgt gefühlt“ hätte. Und so rückten die Beamten aus, um den Passanten vor dem wilden Tier zu retten. Als die Retter in Not schließlich eintrafen, schlief das Jungtier tief und fest. „Ob vor Erschöpfung oder aufgrund des Schreckens angesichts der Menschenversammlung blieb zunächst offen.“

Das süße Schlafgesicht setzt dieses Stalker-Eichhörnchen nur zur Tarnung auf. (Bild: DPA/ Polizeipräsidium Karlsruhe)

Nach langer intensiver Befragung des Stalker-Eichhörnchens kamen die Beamten schließlich zu dem Schluss, dass es lediglich auf der Suche nach einem neuen Zuhause war. Das Tier wurde spontan auf den Namen Karl-Friedrich getauft und einer Auffangstation übergeben.

Das Stalker-Eichhörnchen: kein Einzelfall

Diese Meldung ist erschreckend genug – aber leider kein Einzelfall! Auch in Bornheim in Nordrhein-Westfalen bewies ein Eichhörnchen, wie viel kriminelle Energie wirklich in den Tieren steckt. Weil ein Mann verdächtige Geräusche aus dem Keller vernahm, rief er ebenfalls die Polizei. Und die wurde schnell fündig: Bei dem Täter handelte es sich ebenfalls um ein kleines Eichhörnchen. Zufall?

Nach langer, intensiver Recherche kommen wir zu nur einer glaubwürdigen These, die das Eichhörnchen-Debakel erklären kann: Verantwortlich dafür, dass die kriminellen Machenschaften nun endlich ans Tageslicht kommen ist … das Sommerloch. Wir sind jedenfalls schon ganz gespannt darauf, welch unglaubliche Geschichten es noch zutage fördern wird.

Moment mal, hier wäre ja schon eine!

Übrigens: Sollten Sie sich von einem Eichhörnchen verfolgt fühlen, versuchen Sie es mit einer Schale Wasser und frischem Obst zu besänftigen, bevor Sie den Notruf wählen. Tierschützern zufolge laufen junge Eichhörnchen oft Menschen hinterher, wenn sie etwas ausgehungert oder anderweitig hilfsbedürftig sind.

Im Video: Gieriges Eichhörnchen wird zum fliegenden Futterdieb