Dieser Stahlriese hat was gegen die Inflation

Aperam
Aperam

In 3 Sätzen:

  • Cleveland-Cliffs ist einer der größten Stahlproduzenten Nordamerikas.

  • Cleveland-Cliffs ist auf Primärstahl spezialisiert.

  • Das Geschäftsmodell von Cleveland-Cliffs kann Anleger vor großen wirtschaftlichen Krisen absichern.

Wie viele seiner nordamerikanischen Stahlkonkurrenten hat auch Cleveland-Cliffs (WKN: A2DVSM) in den letzten Quartalen beeindruckende Gewinne erzielt. Allerdings gibt es ein nicht gerade geringes Problem, nämlich die steigenden Kosten, mit denen das Unternehmen zu kämpfen hat. Glücklicherweise verfügt Cleveland-Cliffs über ein Instrument, um der Inflation zu begegnen.

Der Sprung in die Stahlindustrie

Cleveland-Cliffs war bis März 2020, als es AK Steel kaufte, kein Stahlunternehmen. Ende 2020 wurde das Unternehmen zu einem noch größeren Produzenten, als es die Übernahme des US-Geschäfts von ArcelorMittal abschloss. Diese beiden Transaktionen haben das Unternehmen an die Spitze des US-Stahlsektors katapultiert, zusammen mit den Konkurrenten Nucor, Steel Dynamics und United States Steel.

Es gibt jedoch wichtige Unterschiede zwischen diesen Unternehmen.

Zunächst einmal setzen Nucor und Steel Dynamics beide Elektrolichtbogen-Miniwalzwerke ein. Diese sind in der Regel flexibler als die ältere Hochofentechnologie, die den Unternehmen U.S. Steel und Cleveland-Cliffs zugrunde liegt. Das sollte man im Auge behalten, denn Hochöfen sind in der Regel sehr rentabel, wenn sie mit hoher Auslastung laufen, können aber schnell unrentabel werden, wenn die Nachfrage nachlässt. Elektrolichtbogen-Miniwalzwerke hingegen können leichter hoch- und runtergefahren werden, um sich dem Markt anzupassen. Daher erzielen Nucor und Steel Dynamics im Laufe der Zeit eher konstante Ergebnisse.

Der nächste bemerkenswerte Punkt, der die Anleger interessieren sollte, ist das, was Cleveland-Cliffs tat, bevor es Stahl herstellte. 

Vertikalisierung 

Vor 2020 war Cleveland-Cliffs ein Zulieferer der Stahlindustrie und verkaufte Eisenerz an andere Hüttenwerke, einschließlich derer, die es gekauft hatte. In gewisser Weise war die Übernahme von AK Steel ein Versuch, eine wichtige Geschäftsbeziehung zu retten, da dieses Werk zum Zeitpunkt des Kaufs mit einer hohen Schuldenlast zu kämpfen hatte. Die Übernahme von ArcelorMittal veränderte jedoch das Spiel, denn sie bewies, dass Cleveland-Cliffs es mit dem Einstieg in die Stahlerzeugung ernst meinte.

Da Cleveland-Cliffs jedoch als Industriezulieferer begann, wurde im Grunde ein vertikal integriertes Stahlwerk geschaffen. Dadurch hat das Unternehmen eine bemerkenswerte Kontrolle über seine Kosten, was in Zeiten der Inflation sehr wichtig ist. Da die Konkurrenten, die Eisenerz von Cleveland-Cliffs kaufen, höhere Preise in Kauf nehmen müssen, werden auch die Kosten von Cleveland-Cliffs steigen, wenn auch wahrscheinlich nicht so stark. Dies dürfte ein Vorteil sein, der die Gewinne in einer Zeit stützen könnte, in der die Konkurrenz unter Druck steht.

Cleveland-Cliffs ist mit seiner Erneuerung noch nicht fertig. Ende 2021 kaufte das Unternehmen ein Metallschrottunternehmen. Damit wird das Unternehmen zu einem Schlüssellieferanten eines weiteren wichtigen Rohstoffs, nämlich des wichtigsten Trägers für Elektrolichtbogen-Ministahlwerke, die in hohem Maße auf Stahlschrott angewiesen sind. Auch hier positioniert sich das Unternehmen so, dass es von steigenden Preisen für Rohstoffe, die in den Stahlherstellungsprozess eingehen, profitieren kann. 

Alle diese Übernahmen haben natürlich ihren Preis. Der Verschuldungsgrad von Cleveland-Cliffs ist mit etwa 0,79 fast doppelt so hoch wie der seiner US-Konkurrenten, die alle bei etwa 0,40 liegen. Dennoch ist der Verschuldungsgrad von Cleveland-Cliffs deutlich gesunken, da das Unternehmen die Gewinne aus einem starken Stahlmarkt zur Stärkung seiner Finanzen genutzt hat. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich fortsetzen und zu einem Unternehmen führen, das für den unvermeidlichen Abschwung in der Branche viel besser aufgestellt ist, da die Stahlindustrie sehr zyklisch ist.

Die komplette Überholung

Cleveland-Cliffs ist nicht mehr dasselbe Unternehmen, das es noch vor wenigen Jahren war. Die Entwicklung ist bemerkenswert, weil es ein stark integriertes Unternehmen geschaffen hat, das auch ein Industriezulieferer ist, was dem Unternehmen sozusagen einen doppelten Schutz vor Inflation bietet. Trotz des hohen Verschuldungsgrads tut jeder, der sich mit U.S. Steel, dem Hauptkonkurrenten des Unternehmens, befasst, gut daran, einen genaueren Blick auf Cleveland-Cliffs zu werfen. Dies gilt umso mehr, als die steigenden Kosten den Stahlherstellern zunehmend Gegenwind bescheren.

Der Artikel Dieser Stahlriese hat was gegen die Inflation ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Reuben Gregg Brewer besitzt Aktien von Nucor. The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 1.6.2022 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2022

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