Stadtwerke: Wärmebereich beim Klimaschutz stärker beachten

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die kommunalen Unternehmen fordern mehr Aufmerksamkeit für den Wärmesektor im Klimaschutz. Der politische Fokus habe in den vergangenen Jahren vor allem auf der Stromproduktion gelegen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands VKU, Katherina Reiche, am Mittwoch in Berlin. Dabei entfielen auf den Wärmebereich rund 35 Prozent des energiebedingten Ausstoßes von Treibhausgasen. "Wenn Klimaschutzziele erreicht werden sollen, muss auch Wärmeversorgung auf erneuerbare, emissionsarme Quellen umgestellt werden", erklärte Reiche. Dafür müsse künftig mehr Wärme aus Sonnenergie, Geothermie, Biomasse oder Abwärme aus Industrieanlagen in die Netze gelangen.

Zum Wärmesektor gehören neben Heizungen auch Warmwasser und die sogenannte Prozesswärme für die Industrie. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) geht davon aus, dass sich der Wärmebedarf insgesamt über effizientere Anlagen, bessere Dämmung von Häusern und eine konsequentere Nutzung von Abwärme um knapp die Hälfte reduzieren lässt. Derzeit stagniere der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmebereich ebenso wie der Bedarf, kritisierte AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Der Erneuerbaren-Anteil liege hier immer noch bei etwa 13 Prozent - beim Strom seien es über 30 Prozent.

Reiche forderte von der nächsten Bundesregierung Anpassungen im Planungsrecht und rasche Klarheit darüber, welche Förderbedingungen es etwa für die Kombination von Strom- und Wärmeproduktion geben wird

- die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung. In jeder Kommune sei die

Ausgangslage anders, sagte sie. "Es gibt nicht den einen Weg."