Stadtplanung in Köln: Der Masterplan wird nur schleppend umgesetzt

Das Regiebuch für die Weiterentwicklung der Stadt wird konkretisiert.

Als der Stadtrat den städtebaulichen Masterplan von Albert Speer 2009 beschloss, waren mit dem Regiebuch für die Weiterentwicklung Kölns große Hoffnungen verbunden. Doch getan hat sich in den vergangenen acht Jahren nur wenig.

Die Stadt verweist zwar darauf, dass sich zurzeit 30 Vorhaben in der Umsetzung befinden und einige bereits abgeschlossen sind, doch handelt es sich dabei um Projekte, die auch ohne den Masterplan umgesetzt worden wären. So werden die Neugestaltung des Ottoplatzes und des L.-Fritz-Gruber-Platzes, der Rheinboulevard und die Umgestaltung der östlichen Domumgebung hinzugezählt.

Masterplan soll konkretisiert werden

Jetzt soll der Masterplan – auch unter Beteiligung des Büros Albert Speer – weiterentwickelt und konkretisiert werden. Der Stadtrat soll den Masterplan dazu erneut beschließen und dessen Bedeutung somit stärken.

Darüber hinaus will die Verwaltung vier kleinteilige Straßenräume umgestalten, die als Muster für weitere Vorhaben dienen könnten. Dabei handelt es sich um die „Via Culturalis“, die Umgebung des Museums für Angewandte Kunst Köln, die Komödienstraße und die Ehrenstraße. Die vom Baudezernat als Lupenräume bezeichneten Gebiete im Überblick:

Via Culturalis

Auf der Achse Unter Goldschmied zwischen dem Dom und der Kirche St. Maria im Kapitol soll in Zukunft der Kulturpfad „Via Culturalis“ verlaufen. Die Kulturstätten und Museen in diesem Bereich sollen mit gestalterischen Mitteln verbunden werden.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit 4,8 Millionen Euro bezuschusst. Im aktuellen Zustand hat die Stadt Defizite ausgemacht, die der Bedeutung des Stadtraums nicht gerecht werden sollen.

Dazu gehören eine übermäßige Beschilderung und Möblierung, heißt es aus der Verwaltung. Die Gestaltung der Oberflächen sei zudem nicht einheitlich und zum Teil sanierungsbedürftig.

Die Gestaltung der Plätze entlang der Via Culturalis soll zum Teil überarbeitungswürdig sein. Um die Situation zu verbessern, werden zunächst der Tunnel an der Johannisstraße, der Kurt-Hackenberg-Platz und die Gürzenichstraße umgebaut. Weitere Abschnitte sollen zunächst temporär verändert werden, um ein Bewusstsein für den Kulturpfad zu schaffen.

Umfeld des MakK/WDR

Auch rund um das Museum für Angewandte Kunst Köln (Makk) und die Gebäude des WDR bis hin zum Appellhofplatz soll es spürbare Veränderungen geben. Die Stadt hat als Probleme ungepflegte Grünflächen und ein zu hohes Verkehrsaufkommen ausgemacht. 

Letzteres soll damit zusammenhängen, dass es innerhalb des Areals viele Parkplätze am Straßenrand gibt, die wiederum dazu führen, dass sich viele Autofahrer auf die Suche nach einem Stellplatz begeben. Um die Situation zu verbessern, will die Stadt Parkplätze entfernen und stattdessen die Grünflächen ausdehnen. Auf Höhe der Röhrergasse und der Straße An der Rechtschule soll eine neue, fußgängerfreundliche Querung der Nord-Süd-Fahrt entstehen.

Komödienstraße

Obwohl sich die Komödienstraße in unmittelbarer Nähe des Doms befindet, ist der Bereich aus Sicht der Stadt von parkenden Reisebussen, Taxiplätzen, einer Zeile aus bunten, unattraktiven Souvenir-Shops und schlichter Gastronomie geprägt. Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer befinden sich versteckt am Rand, die massive Kreuzung mit der Nord-Süd-Fahrt schneidet den dahinterliegenden Appellhofplatz und das Zeughaus ab, so die Einschätzung der Lenkungsgruppe Masterplan.

Als Lösungsansatz wird vorgeschlagen, die Reisebus-Parkplätze an einen anderen Standort zu verlegen, die Kirche St. Andreas und das Teilstück der Stadtmauer als Touristenattraktion zu inszenieren. Am Stadtmuseum im Zughaus ist angedacht, die Parkplätze entlang der Burgmauer zu entfernen und vollständig auf die gegenüberliegende Straßenseite zu verlagern und die Ränder zu begrünen.

Ehrenstrasse

Auf der Ehrenstraße sehen die Mitglieder der Lenkungsgruppe besonders im Bereich zwischen dem Willy-Millowitsch-Platz und dem Friesenwall Probleme. Dieser sei von schmalen Gehwegen, Parkplätzen, einem vielfältigen und teilweise ungepflegten Stadtmobilar sowie alten Fahrradständern geprägt.

Als weiteren kritischen Faktor sehen sie den Wandel von inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften hin zu großen Ketten. Zudem sei die Beschilderung für Fußgänger und Radfahrer unübersichtlich und schwer nachvollziehbar. Als zentrale Schlüsselmaßnahme sehen die Experten die Änderung der Verkehrsführung.

Zur Entlastung der Ehrenstraße könnte die Einbahnstraße in der Großen Brinkgasse von Ost nach West gedreht werden. Dann würde die Zufahrt der Parkhäuser an der Großen Brinkgasse direkt über die Apostelnstraße und die Ausfahrt über die Benesisstraße erfolgen, so dass sämtlicher Verkehr zu und von den Parkhäusern die Ehrenstraße nicht mehr belasten würde.

Die Ehrenstraße selbst könnte als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern ausgewiesen werden. Um den Raum für Fußgänger attraktiver zu gestalten, könnte der Bordstein auf eine Höhe von drei Zentimetern reduziert werden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta