Stabschef Kelly verteidigt Trump in Streit um Umgang mit Soldatenwitwe

Trumps Stabschef Kelly

Im Streit um den Umgang mit dem Schicksal getöteter Soldaten hat US-Präsident Donald Trump Unterstützung von seinem Stabschef John Kelly erhalten. Der Ex-General, der seinen Sohn 2010 in Afghanistan verloren hatte, zeigte sich am Donnerstag (Ortszeit) "fassungslos" über Vorwürfe der demokratischen Abgeordneten Frederica Wilson gegen Trump. Diese hatte von einem Telefonat Trumps mit einer Soldatenwitwe berichtet und dem US-Präsidenten kaltherzige Äußerungen vorgeworfen.

"Ein Kongressmitglied, das einem Telefonat des Präsidenten mit einer jungen Ehefrau zuhört", sagte Kelly mit Blick auf die Abgeordnete Wilson - "das macht mich absolut fassungslos. Ich dachte, wenigstens das wäre heilig." Er warf Wilson "egoistisches" Verhalten vor.

Die demokratische Abgeordnete hatte über das Telefongespräch Trumps mit der Witwe des Anfang Oktober im westafrikanischen Niger getöteten 25-jährigen Soldaten La David Johnson berichtet. Sie hatte während des Telefonats im selben Wagen gesessen wie Myeshia Johnson.

Demnach sagte Trump der Witwe, ihr Mann habe sicherlich "gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete". Der US-Präsident fügte hinzu: "Aber ich vermute, es tut trotzdem weh." Der mutmaßlich ruppige Umgang des Präsidenten mit der Witwe sorgte für eine Welle der Empörung.

Kelly sagte nun, er habe Trump von dem Anruf abgeraten. Der Präsident habe der Soldatenwitwe dann aber "auf seine Weise" sagen wollen, dass ihr Mann ein "mutiger Mann" gewesen sei, ein "gefallener Held", der gewusst habe, worauf er sich als Soldat einlasse, und der zum Zeitpunkt seines Todes dort gewesen sei, wo er habe sein wollen. Er habe "auf die ihm bestmögliche Art sein Beileid ausgedrückt".

Bei seiner Verteidigung Trumps wurde der Stabschef des Weißen Hauses sichtlich emotional. Er sei so erschüttert über Wilsons Anschuldigungen gewesen, dass er zunächst einen langen Spaziergang auf dem Nationalfriedhof Arlington in Washington gemacht habe, sagte Kelly.

"Das einzige, was ich tun konnte, um meine Gedanken zu sortieren, war zwischen den besten Männern und Frauen der Welt zu laufen", sagte der angesehene Ex-General. "Man findet sie immer. Sie sind auf dem Arlington National Cemetery." Er selbst habe einige der auf dem Friedhof beigesetzten Soldaten während des Einsatzes befehligt, bei dem sie getötet worden seien.

Im Streit um den Umgang mit der Soldatenwitwe hatte Trump die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Mutter des getöteten Soldaten warf dem US-Präsidenten aber ebenfalls vor, sich gegenüber ihrem Sohn und der Familie "respektlos verhalten" zu haben. Trump hatte zuvor mit dem Vorwurf, seine Vorgänger im Weißen Haus hätten sich nicht genügend um die Hinterbliebenen gefallener Soldaten gekümmert, für Empörung gesorgt.