Staatssekretärin Brantner erwartet Einbruch der russischen Wirtschaft

BERLIN (dpa-AFX) - Die westlichen Sanktionen gegen Russland werden nach Einschätzung der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Franziska Brantner, große Wirkung haben. "Die vereinbarten Sanktionspakete treffen Putin und die russische Wirtschaft hart", sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenseite ntv.de am Freitag. "Wir erwarten einen starken Einbruch des russischen Bruttoinlandsprodukts und einen massiven Anstieg der Inflation." Schon jetzt seien die Investitionen in Russland eingebrochen. Die EU erwartet bereits, dass die russische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 10,4 Prozent schrumpfen wird.

Brantner verteidigte das Engagement ihres Ministeriums, eine in Kanada gewartete Siemens <DE0007236101>-Gasturbine für den Einsatz in der Pipeline Nord Stream 1 zurück nach Russland zu bekommen. "Wir müssen aufzeigen, dass auch die aktuellen Kürzungen eine rein politische Grundlage haben und keine technische", sagte Brantner. "Putin führt über das Gas einen ökonomischen Krieg gegen Deutschland. Dem müssen wir standhalten, das ist das Ziel." Die Bundesregierung tue viel, um die Auswirkungen dieses Konflikts abzumildern.

Billige Rohstoffe aus Russland und China hätten in den vergangenen Jahren zum Wachstum der Wirtschaft im Land beigetragen. "Aber das Modell war eben: "Billig, billig, billig - egal, wie produziert wird und in welche Abhängigkeiten wir uns begeben."" Das Bundesministerium unterstütze daher eine Diversifizierung von Rohstofflieferanten, verarbeitenden Ländern und Lieferketten. "Wir müssen jetzt klug ausgestalten und die richtigen Anreize setzen, damit nicht in einem Jahr wieder alle von China kaufen, wenn die Preise sinken, sondern dass die Diversifizierung langfristig ist", sagte Brantner.

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