Staatsoper: Jürgen Flimm: "Ich werde ein Bierchen trinken"

Er war gern Intendant, muss es aber nicht für immer sein: Jürgen Flimm, vor der restaurierten Staatsoper

Seit September 2010 ist Jürgen Flimm Intendant der Staatsoper Unter den Linden. Fast zur gleichen Zeit begannen auch die Sanierungsarbeiten, die statt der geplanten 230 Millionen Euro nun 400 Millionen Euro kosten. Der Intendant hat die Bauverzögerungen in einer Mischung aus Lakonie, Fatalismus und Verärgerung durchlebt. Am kommenden Dienstag eröffnet er in seinem letzten Jahr als Intendant – das Haus führt er zusammen mit seinem Nachfolger Matthias Schulz – die Staatsoper nach der Sanierung. Schumanns "Szenen aus Goethes Faust" wird aufgeführt, Regisseur ist Flimm.

Herr Flimm, wird am 3. Oktober bei Ihnen die Nervosität oder die Vorfreude überwiegen?

Jürgen Flimm: Nervosität natürlich. Man weiß nie, wie es ankommt. Das ist ja das Problem dieses Berufes.

Was machen Sie in dieser Zeit?

Vor der Aufführung werde ich selbstverständlich die Staatsspitze begrüßen, als Hausherr. Dann werde ich auf die Bühne springen und sagen: "Jetzt geht es los." Und wenn dann der erste Ton der Ouvertüre verklungen ist, mache ich mich aus dem Staub.

Wie meinen Sie das?

Ich werde ein Bierchen trinken gehen. Ich habe in dem Augenblick mit dem Stück nichts mehr zu tun. Jetzt wird es zwischen Künstlern und Zuschauern verhandelt, nicht mehr mit mir. Wenn ich dabei bin, frage ich mich ständig, warum sie das jetzt so und nicht anders machen.

Wo genau befinden Sie sich?

Wir haben ein wunderbares Casino im Haus, da kann man sich die Aufführung im Fernsehen anschauen. Vielleicht kommt ein Mitarbeiter herein und sagt...

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