Staatsanwaltschaft wirft Roms Bürgermeisterin Falschaussage vor

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi

Die Staatsanwaltschaft hat Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi Falschaussage vorgeworfen und einen Prozess gegen sie gefordert. Die Ermittler warfen der Politikerin der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung am Donnerstag vor, die kommunale Antikorruptionsbehörde über eine Postenvergabe belogen zu haben.

Laut den Ermittlungen gab Raggi gegenüber der Antikorruptionsbehörde an, sie selbst habe habe den städtischen Tourismuschef Renato Marra ernannt. Nach Überzeugung der Ermittler erhielt Renato Marra den Job jedoch von seinem Bruder Raffaele, einem engen Mitarbeiter der Bürgermeisterin.

In einem anderen Fall entschied die Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen Raggi einzustellen: Der Bürgermeisterin wurde zur Last gelegt, sie habe einen Mitstreiter zum Leiter der Amtsgeschäfte im Rathaus ernannt und im Gegenzug von ihm Lebensversicherungen im Wert von 30.000 Euro erhalten. Die Ermittler konnten in diesem Punkt keine Schuld Raggis nachweisen.

Raggi war im Juni 2016 mit dem Versprechen angetreten, den Filz und die Korruption in der italienischzen Hauptstadt zu bekämpfen und mehr für die Belange der Bürger zu tun. Nach ihrem Einzug im Rathaus hatte sie eine enge Zusammenarbeit mit der Antikorruptionsbehörde angekündigt.