Staatsanwaltschaft klagt führende Manager von Waffenhersteller Sig Sauer an

Die Staatsanwaltschaft in Kiel hat Anklage gegen fünf Manager des Waffenherstellers Sig Sauer wegen eines nicht genehmigten Exports von Pistolen nach Kolumbien erhoben. 36.000 Waffen aus der unternehmenseigenen Produktion in Deutschland seien ohne entsprechende Genehmigungen über eine Tochterfirma in den USA an die kolumbianische Polizei geliefert worden, sagte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag in der schleswig-holsteinischen Stadt.

Die Staatsanwaltschaft hatte 2014 nach Bekanntwerden der Vorwürfe Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Unternehmens eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung eines Prozesses entscheidet nun das Landgericht Kiel.

Die Exporte fielen demnach in den Zeitraum zwischen April 2009 und Juni 2012. Sig Sauer lieferte den Ermittlern zufolge 70.000 Pistolen an sein US-Tochterunternehmen, wobei es den Behörden gegenüber angab, diese seien für den Markt in den USA bestimmt. Tatsächlich wurde aber mehr als die Hälfte der Waffen von dort an die kolumbianische Polizei als Endabnehmer weitergeleitet.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Geschäftsführung und den für das Exportgeschäft verantwortlichen Mitarbeitern nach eigenen Angaben vor, dies gewusst zu haben. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen daher Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Zusätzlich verlangt die Anklagebehörde von dem Unternehmen mit Sitz in Eckernförde im Rahmen der Vermögensabschöpfung aus dem illegalen Geschäft zwölf Millionen Euro. Das sei gesetzlich so vorgesehen, sagte ein Sprecher.

Sig Sauer baut Gewehre und Pistolen für Sport, Jagd, Militär und Polizei. Exporte von Waffen müssen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn genehmigt werden. Es gelten strenge Auflagen.