Staatsanwaltschaft geht Anfangsverdacht der Marktmanipulation bei VW nach

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Volkswagen wegen möglicher Marktmanipulation um einen weiteren Aspekt ausgeweitet

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Volkswagen wegen möglicher Marktmanipulation um einen weiteren Aspekt ausgeweitet. Anfang März hätten Ermittler deshalb 13 Büros in VW-Zentrale in Wolfsburg durchsucht, teilte die Behörde in Braunschweig am Dienstag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Es bestehe ein Anfangsverdacht auf Marktmanipulation, Beschuldigte gebe es bisher nicht.

Hintergrund ist der Verdacht, dass VW in einer Mitteilung für den Kapitalmarkt vom 9. Dezember 2015 im Zusammenhang mit dem Ausmaß des Dieselskandals unter Umständen falsche Angaben gemacht hat. Diese sogenannten Adhoc-Mitteilungen sind für Anleger und damit auch die Börsenkurse relevant. Vorsätzliche oder fahrlässige Falschangaben darin könnten daher den Straftatbestand der Marktmanipulation erfüllen.

Die Durchsuchungen Anfang März dienten der "Sachverhaltsaufklärung" und in einem weiteren Schritt der Identifikation möglicher Beschuldigter, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es seien größere Datenmengen beschlagnahmt worden, die nun ausgewertet werden müssten. Es handle sich zunächst um einen Anfangsverdacht, dem weiter nachgegangen werden müsse. Erst danach sei eine genauere Einschätzung möglich.

Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig vergleichbare Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Marktmanipulation gegen VW eingeleitet. Dabei ging es um eine konzerneigene Adhoc-Mitteilung vom 22. September 2015 zu den finanziellen Konsequenzen aus der Abgasaffäre.

Volkswagen bestätigte die Durchsuchungen Anfang März. "Die Volkswagen AG ist überzeugt, ihre Ad-hoc-Publizitätspflichten ordnungsgemäß erfüllt zu haben", erklärte der Konzern.