Staatsanwaltschaft fordert langjährige Haftstrafen im Samsung-Korruptionsskandal

Lee bei der Ankunft am Gericht am 2. August

Dem Erben des weltgrößten Smartphone-Herstellers Samsung droht langjährige Haft: Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun Hye hat die Staatsanwaltschaft am Montag zwölf Jahre Haft für den Großunternehmer Lee Jae Yong beantragt. Der derzeitige Vize des Konzerns sei der "ultimative Begünstigte" der Straftaten in dem Skandal gewesen, der zur Absetzung von Präsidentin Park Geun Hye geführt hatte.

Lee soll Geld an dubiose Stiftungen gezahlt haben, um sich die Gunst der damaligen Präsidentin Park zu sichern. Davon habe er sich auch Unterstützung für eine Unternehmensfusion im Jahr 2015 erhofft, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Für drei Mitangeklagte forderte sie Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren.

Der 49-jährige Lee Jae Yong ist der einzige Sohn von Samsung-Chef Lee Kun Hee. Seit dieser 2014 einen Herzinfarkt erlitten hatte, nimmt Lee Jae Yong die wichtigsten Führungsaufgaben in dem Konzern wahr.

Die Vorwürfe wies er zurück. Lee sagte vergangene Woche vor Gericht, er habe in der Samsung Gruppe keine Entscheidungen getroffen, sondern "vor allem Befehle befolgt".

Der früheren Präsidentin Park wird vorgeworfen, namhafte südkoreanische Unternehmen unter Druck gesetzt zu haben, damit diese hohe Summen an Stiftungen aus ihrem Umfeld zahlen. Sie steht inzwischen selbst wegen Korruption vor Gericht. Von den Prozessen gegen Park und mehrere Wirtschaftsführer erhoffen sich die Ermittler auch Erkenntnisse über das komplexe Geflecht von Politik und Wirtschaft in Südkorea.