Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Haft für Abdeslam und Komplizen

Im ersten Prozess gegen Salah Abdeslam, den einzigen überlebenden mutmaßlichen Attentäter von Paris, hat die belgische Staatsanwaltschaft 20 Jahre Haft wegen Mordversuchs an Polizisten gefordert. Auch für den mitangeklagten mutmaßliche Komplizen Sofiane Ayari forderte die Anklagebehörde am Montag dieses Strafmaß. Es handle sich dabei um die Höchststrafe, die für diese Art Verbrechen in erster Instanz verhängt werden könne.

Die Angeklagten hatten bei einer Wohnungsdurchsuchung am 15. März 2016 im Brüsseler Vorort Vorst das Feuer auf die Beamten eröffnet. Die Polizisten hätten sich in einer regelrechten "Kriegsszene" wiedergefunden, es sei "ein Wunder, dass es (unter ihnen) keine Toten gegeben habe", sagte Kathleen Grosjean von der Brüsseler Staatsanwaltschaft. Drei Polizisten waren bei dem Schusswechsel verletzt worden.

Ein dritter Verdächtiger, der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaïd, wurde von den Polizisten erschossen. Abdeslam und Ayari gelang die Flucht. Sie wurden drei Tage später schließlich im Brüsseler Vorort Molenbeek festgenommen.

Der 28-jährige Abdeslam ist der einzige überlebende mutmaßliche Attentäter von Paris am 13. November 2015. Bei den Anschlägen wurden 130 Menschen getötet. Der zweite Angeklagte, der 24-jährige Tunesier Ayari, soll Abdeslam anschließend bei der Flucht geholfen haben.

Beide gelten als Mitglieder der Terrorzelle, die für die Anschläge in Paris sowie die beiden Attentate am Brüsseler Flughafen und in der Metro im März 2016 mit 32 Toten verantwortlich sein soll. Abdeslam soll zu einem späteren Zeitpunkt in Frankreich der Prozess gemacht werden.