Staatsanwälte verzichten auf Revision im Schlecker-Prozess

Anton Schlecker mit seinen Kindern Meike und Lars

Die Staatsanwaltschaft verzichtet nach dem Urteil im Schlecker-Prozess auf eine Revision. Die Bewertung des Sachverhalts entspreche "weitgehend" der Auffassung der Anklage, teilte das Landgericht Stuttgart am Montag mit. Vergangene Woche war der einstige Patriarch von Europas größter Drogeriekette, Anton Schlecker, zu einer Bewährungsstrafe sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Seine Kinder Lars und Meike Schlecker wurden zu Gefängnisstrafen von mehr als zweieinhalb Jahren verurteilt.

Ihre Anwälte legten daraufhin Revision gegen das Urteil ein. Für Anton Schlecker hatte die Staatsanwaltschaft ursprünglich drei Jahre Haft gefordert. Die Richter hatten aber ein Jahr Haft in eine Geldstrafe umgewandelt und den 73-Jährigen so vor dem Gefängnis bewahrt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist die zweijährige Bewährungsstrafe zwar milder für den Verurteilten, führt aber "nicht zu einem offensichtlichen Missverhältnis zwischen Strafe und Schwere der Taten".

Schlecker hatte 2012 Insolvenz angemeldet. Mehr als 25.000 Angestellte verloren ihren Job. Das Gericht verurteilte Anton Schlecker und seine Kinder wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Bankrott.