Staaten fordern Guterres zu Einsatz für in Russland gefangene Ukrainer auf

Filmemacher Oleg Senzow

In einem gemeinsamen Brief haben die Vertreter von 38 Staaten UN-Generalsekretär Antonio Guterres dazu aufgefordert, bei seinem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin das Schicksal ukrainischer Gefangener in Russland anzusprechen. Besonders dringlich sei der Fall des ukrainischen Filmregissseurs Oleg Senzow, der seit einem Monat im Hungerstreik ist, schreiben die Staaten in dem am Donnerstag in New York veröffentlichten Brief.

Die Unterzeichner forderten Guterres auf, sich für Senzow einzusetzen und eine Vermittlung zu versuchen. Zu den Unterzeichnern gehören neben den USA zahlreiche EU-Mitgliedstaaten sowie Australien, Kanada, die Türkei, Moldau, Georgien und die Ukraine.

Guterres trifft am kommenden Mittwoch mit Putin in Moskau zusammen. Der ukrainische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wolodimir Jeltschenko, übergab dem UN-Generalsekretär eine Liste mit dutzenden ukrainischen Gefangenen, die in Russland in Haft sitzen. Der prominenteste Fall ist der des Regisseurs Senzow. Er war 2015 in Russland zu 20 Jahren Haft wegen "Terrorismus" verurteilt worden. Er befindet sich derzeit in einem Straflager in Labitnangi im arktischen Norden Russlands.

Seit Mitte Mai befindet sich Senzow im Hungerstreik. Laut seinem Anwalt will er erst dann wieder Nahrung zu sich nehmen, wenn alle ukrainischen Gefangenen aus russischer Haft freikommen.

Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit Jahren stark angespannt. Im Osten der Ukraine kämpfen regierungstreue ukrainische Truppen und prorussische Rebellen gegeneinander. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 10.000 Menschen getötet. 2014 annektierte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim.

Der Konflikt stürzte auch die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen in eine tiefe Krise. Westliche Staaten und die Ukraine werfen Russland vor, die Rebellen militärisch zu unterstützen, Moskau bestreitet das.