Stöger schwärmt von "Ausnahmespieler" Reus

Lukas Rott

Die UEFA Europa League ist zurück: Borussia Dortmund empfängt Atalanta Bergamo zum Hinspiel der Runde der letzten 32 im Signal Iduna Park (ab 19 Uhr im LIVETICKER).

Vor dem Aufeinandertreffen mit dem italienischen Erstligisten spricht BVB-Trainer Peter Stöger im exklusiven Interview mit SPORT1 über den Gegner, die Ansprüche in Dortmund, Rückkehrer Marco Reus und seine persönliche Zukunft.

SPORT1: Herr Stöger, mit welchen Gefühlen starten Sie in die K.o.-Phase?

Peter Stöger: Ich freue mich natürlich, dass ich weiter im internationalen Geschäft dabei sein kann. Die Zielsetzung des BVB war eigentlich, in der Champions League weiterzuspielen. Wir haben jetzt eine Aufgabe, die schwierig werden könnte. Wir treffen auf eine sehr gut organisierte Mannschaft. Sie ist sehr kompakt und kommt über die Standards. Das ist ein typisch italienischer Stil. Wir werden viel Aufwand betreiben müssen, um zu unseren Möglichkeiten zu kommen. Der Name gibt natürlich nicht so viel her wie Milan oder Neapel. Aber wir wissen, dass es eine unangenehme Aufgabe wird.


SPORT1: Ist das die große Gefahr, dass der Gegner aufgrund der Meinung im Umfeld unterschätzt wird?

Stöger: Wir können schon davon ausgehen, dass das Umfeld spekuliert, dass das eine ganz einfache Aufgabe wird. Bei uns ist das sicherlich nicht der Fall. Wir haben die Dinge ganz gut herausgearbeitet, wo es schwierig wird, wo sie ihre Stärken haben. Wenn wir aber unsere Dinge gut umsetzen können, werden wir schon unsere Möglichkeiten haben.

Am 15. Februar zeigt SPORT1 zunächst das Gastspiel der Leipziger in Neapel, eine Woche später kommen dann die Fans des BVB mit der Live-Übertragung der Partie in Bergamo auf ihre Kosten. Der Countdown zur UEFA Europa League Zeiten beginnt an beiden Spieltagen bereits ab 19 Uhr im TV auf SPORT1. In den Highlights ab 23.00 Uhr werden ausführliche Zusammenfassungen der restlichen Partien mit Top-Teams wie Arsenal, Marseille, Milan, Atletico, Lyon oder Lazio sowie Reaktionen zu den Spielen gezeigt.

SPORT1: Muss man vor allem im Hinspiel gegen eine italienische Mannschaft 90 Minuten lang die Ruhe bewahren und hinten nicht aufmachen oder wie ist die Devise für das Spiel?

Stöger: Es geht natürlich darum, ein ordentliches Ergebnis zu erzielen. Wir wollen etwas vorlegen, werden dabei aber nicht kopflos nach vorne stürmen. Im Europapokal liegt die Schwierigkeit einfach darin, dass man über zwei Spiele hinweg ein gutes Endergebnis erreichen muss. Wir wollen das Spiel auf jeden Fall gewinnen, ohne dabei hinten alles offen zu lassen. Bergamo hat in den vergangenen Wochen in der Liga gezeigt, dass sie gegen Spitzenteams bestehen können. Daher sind wir gewarnt.


SPORT1: Defensiv stand man am Wochenende stabil, offensiv war jedoch noch etwas Sand im Getriebe. Was können Sie machen, damit das Ganze auch noch etwas befreiter wird?

Stöger: Der Anspruch an den BVB ist in diesen Spielen einfach ein ganz anderer. Wenn in der Vorwoche Leipzig gegen den HSV 1:1 spielt heißt es, das kann passieren. Wenn wir 2:0 gewinnen, hätten wir ein wenig mehr machen können. Der Zugang ist da einfach ein ganz anderer. Aber wir stellen uns diesem Anspruch der Öffentlichkeit. Trotzdem denke ich, wir haben das relativ gut gemacht. Natürlich hätten wir nach der Führung die Partie bereits früher entscheiden können. Im Offensivbereich muss man versuchen mehr und mehr zu Tormöglichkeiten zu kommen. Ich sehe uns da aber auf einem guten Weg. Wir hatten in dieser Saison einige Probleme, viel Stress im Umfeld. Dazu kam die Aubameyang-Thematik, in deren Folge wir mehrere Wochen mit 17-,18-,19-Jährigen in der Spitze gespielt und trotzdem kein Spiel verloren haben. Das vergessen die Leute oft. 

SPORT1: Hans-Joachim Watzke hat Sie zuletzt sehr gelobt und auch eine Weiterbeschäftigung in Erwägung gezogen. Was sagen dazu?

Stöger: Er hat gesagt, dass wir bisher kein Spiel in der Liga verloren haben und wenn das bis in den Sommer so bleibt, kann man sicher über eine Weiterbeschäftigung reden. Viel positiver fand ich seine Einschätzung dazu, wie unsere Zusammenarbeit funktioniert. Dass in dieser kurzen Zeit bereits eine Vertrauensbasis entstanden ist, wir Dinge intern besprechen können und diese dann auch intern bleiben. Das ist für mich der wesentliche Bestandteil seiner Aussage. Über alles andere mache ich mir keine Gedanken. Wir haben uns alle auf eine Zusammenarbeit bis Sommer verständigt und damit sind wir immer noch zufrieden. Wir wissen was wir für Ziele haben, nämlich das Erreichen der Champions League und daher brauche ich mir jetzt noch keine Gedanken darüber zu machen, was in zweieinhalb Monaten ist.


SPORT1: Wie gut hat Ihnen Marco Reus bei seinem Comeback gefallen und ist er auch für das Spiel gegen Bergamo eine Option?

Stöger: Wenn man bedenkt, wie lange er ausgefallen ist, hat er mir außerordentlich gut gefallen. Aber das hat mich jetzt auch nicht wahnsinnig überrascht, da er ja schon über einen langen Zeitraum wieder im Mannschaftstraining dabei war. Man sieht einfach, dass er in vielen Bereichen ein Ausnahmespieler sein kann. Wir werden es auch in Zukunft so halten, dass wir von Tag zu Tag schauen, wie es ihm körperlich geht. Wenn er sich gut fühlt, ist er für jedes Spiel eine Option.