Stöger lehnte Österreich-Angebot ab: "Ich habe immer betont, dass ich in Köln bleibe"

Als der Anruf aus Wien kam, wiegelte Peter Stöger umgehend ab. Nein, auch der Anreiz, die österreichische Nationalmannschaft zu trainieren, war nicht groß genug, um den 1. FC Köln zu verlassen. "Ja, sie haben mich am Sonntag noch einmal kontaktiert", sagte der Trainer zum Interesse des nationalen Verbandes ÖFB: "Ich habe ihnen gesagt, dass das Amt eine großartige Aufgabe ist, dass sie für mich aber derzeit nicht in Frage kommt, weil ich in Köln schon eine habe."

Und nicht gerade eine einfache. In der Bundesliga ist der FC noch ohne Sieg und Letzter. Dazu kommt die zusätzliche Belastung durch die Spiele und Reisen in der Europa League, die das Team bislang nicht auffangen kann. "In Köln ist das meine schwierigste Phase", meinte Stöger: "Aber es ist viel unangenehmer, keinen Job zu haben." Normalerweise würde in solch einer Situation der Trainer angezählt oder ausgetauscht - in Köln ist das aber (bislang) anders.

"Das wäre der nächste große Schritt"

Der Österreicher Stöger darf trotz der bislang so schwachen Saison weitermachen. Er ist seit 2013 in Köln und hat das Team aus der 2. Bundesliga bis in die Europa League geführt. "Wissen Sie, was der nächste große Schritt in meiner Karriere als Trainer wäre? Wenn wir aus dieser Situation unbeschadet herauskommen, das wäre der nächste große Schritt!", hatte Stöger zuletzt dem Kicker gesagt.

Die Mannschaft steht noch immer hinter dem 51-Jährigen. Zwar läuft es spielerisch momentan nicht, aber die Einstellung stimmte bislang immer. Der Zusammenhalt wurde beim 3:1-Pokalerfolg bei Hertha BSC in der vergangenen Woche deutlich: Alle Spieler jubelten demonstrativ mit dem Trainer - Diskussionen um Stöger sollen am besten gar nicht erst aufkommen.

FC Köln Hertha BSC DFB-Pokal Stöger 25102017

Der falsche Zeitpunkt

Doch genau auf derartige Diskussionen hatte wohl der österreichische Verband bei der Suche nach dem neuen Nationaltrainer gesetzt. Stöger, so die einhellige Meinung der ÖFB-Spitze, sollte auf Marcel Koller folgen . "Wir wissen um Peters Qualitäten. Seine Erfolge sprechen für sich", hatte Peter Schöttel, der neue ÖFB-Sportdirektor, gesagt.

Stöger selbst fühlte sich vom Interesse aus seiner Heimat geehrt, er machte seinem Kumpel Schöttel, den er seit über 30 Jahren kennt, aber klar, dass die Verbundenheit zum FC größer ist. "Ich habe gesagt: Nein, falscher Zeitpunkt. Es geht ganz einfach nicht", meinte Stöger: "Ich habe immer betont, dass ich in Köln bleibe."